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Donnerstag, 19. April 2018

Mariss Jansons, Quelle: Bay. Rundfunk, (C) Georg Thum

Mariss Jansons im Portrait

Biografie


Mariss Jansons ist seit 2003 Chefdirigent des Symphonieorchesters und Chors des Bayerischen Rundfunks und setzt damit die Reihe seiner berühmten Vorgänger Eugen Jochum, Rafael Kubelik, Sir Colin Davis und Lorin Maazel fort. Seit 2004 ist Jansons außerdem in gleicher Position beim Koninklijk Concertgebouworkest in Amsterdam tätig.

Der 1943 im lettischen Riga geborene und in der Sowjetunion aufgewachsene Sohn des Dirigenten Arvid Jansons studierte Violine, Viola und Klavier. Seine Dirigentenausbildung am Leningrader Konservatorium absolvierte er mit Auszeichnung. Anschließend vervollständigte er seine Ausbildung in Wien bei Hans Swarowsky und in Salzburg bei Herbert von Karajan.

1971 gewann Mariss Jansons den Dirigentenwettbewerb der Herbert-von-Karajan-Stiftung in Berlin. Maßgeblich geprägt wurde er durch den legendären russischen Dirigenten Jewgenij Mrawinskij, der den jungen Letten im gleichen Jahr als Assistenten zu den Leningrader Philharmonikern holte. Diesem Orchester, den heutigen St. Petersburger Philharmonikern, blieb Jansons bis 1999 als ständiger Dirigent verbunden. 1971 trat der Künstler zudem eine Stelle als Professor für Dirigieren am St. Petersburger Konservatorium an. Diesen Posten behielt er bis 2000.

Vor seinem Engagement bei den Klangkörpern des Bayerischen Rundfunks sowie in Amsterdam war Mariss Jansons zudem Chefdirigent der Osloer Philharmoniker (1979 bis 2000), erster Gastdirigent des London Philharmonic Orchestra (1992 bis 1997) und Musikdirektor des Pittsburgh Symphony Orchestra (1997 bis 2004). Er arbeitete darüber hinaus mit zahlreichen bedeutenden Orchestern in aller Welt, so unter anderem dem New York Philharmonic Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Boston Symphony Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Tonhalle Orchester Zürich und der Staatskapelle Dresden. Einen besonderen Stellenwert nehmen zudem die Wiener und Berliner Philharmoniker ein, die Janson regelmäßig in Wien und Berlin dirigierte und zusätzlich auf Tourneen durch Europa, die USA und Japan begleitete.

Als Chefdirigent konnte Mariss Jansons mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks auf zahlreichen Konzerten im In- und Ausland große Erfolge verzeichnen. So erhielten Dirigent und Orchester während ihrer ersten gemeinsamen Tournee durch Japan und China von der japanischen Presse die Auszeichnung "Best concerts of the Season".

Mit zahlreichen Preisen wurden auch Jansons Aufnahmen geehrt. So erhielt er unter anderem den Edison Preis für seine Einspielung der Siebten Symphonie Dimitri Schostakowitschs mit den Leningrader Philharmonikern sowie den Penguin Award für eine Aufnahme von Antonin Dvoraks fünfter Symphonie mit dem Amsterdamer Concertgebouworkest. Zudem erhielt Jansons mehrfach den Preis der Deutschen Schallplattenkritik sowie 2006 den MIDEM Classical Award in der Kategorie „Artist of the year“. 2005 schloss er seine Gesamteinspielung aller Schostakowitsch-Symphonien für EMI classics ab, an der verschiedene Spitzenorchester beteiligt waren und die vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks vollendet wurde. Die in dieser Reihe erschienene Dreizehnte Symphonie erhielt 2006 den Grammy in der Kategorie "Beste Orchesterdarbietung".

Am 1. Januar 2006 dirigierte Mariss Jansons zum ersten Mal das traditionsreiche Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, das von 60 Sendern auf allen Kontinenten übertragen und von mehr als 50 Millionen Fernsehzuschauern gesehen wurde.

Mariss Jansons ist Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien sowie Honorary Member der Royal Academy of Music in London. 1996 war er "EMI Artist of the Year". Für sein Engagement bei den Osloer Philharmonikern wurden ihm der Norwegische Königliche Verdienstorden "Kommandeur mit Stern", die höchste an Ausländer zu vergebende Auszeichnung, sowie der Anders Jahre Preis, verliehen. 2003 erhielt Jansons die Hans-von-Bülow-Medaille der Berliner Philharmoniker. Im Mai 2004 ehrte ihn die Londoner Royal Philharmonic Society als "Conductor of the Year". 2006 erhielt Jansons den Orden "3 Sterne" - die höchste Auszeichnung der Republik Lettland. Mariss Jansons ist außerdem Ehrendoktor der Musikakademien von Oslo und Riga.



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