> > > > > Biografie
Samstag, 17. November 2018

Marc Minkowski, Photo: Philippe Gontier

Marc Minkowski im Portrait

Biografie


Marc Minkowski wurde 1962 in eine Familie von Wissenschaftlern geboren. Nach einer Fagottausbildung wechselte er sehr jung zum Dirigentenstudium bei Charles Bruck an der Pierre Monteux Memorial School in den Vereinigten Staaten. Mit zwanzig Jahren gründete er Les Musiciens du Louvre, ein Ensemble, das sich ebenso so im französischen Barockrepertoire profilierte (Lully, Charpentier, Marais, Rameau) wie mit Monteverdi, Händel, Gluck, Mozart und ... Offenbach und regelmäßig auf den großen nationalen (Opéra de Paris, Opéra de Lyon, Châtelet, Théâtre des Champs-Elysées, Festival d?Aix-en-Provence) und europäischen (London, Amsterdam, Madrid, Wien, Salzburg ...) Bühnen auftritt. Les Musiciens du Louvre, die ihren Sitz seit 1996 in Grenoble haben, sind seit dieser Saison mit dem MC2, dem Maison de la Culture de Grenoble, assoziiert.

Marc Minkowskis Opernkarriere entwickelte sich rasch und seit 1996 nehmen Mozarts Opern einen wichtigen Platz in seinem Repertoire ein : Idomeneo an der Pariser Oper, Entführung aus dem Serail und Mitridate bei den Salzburger Festspielen, Le Nozze di Figaro beim Festival in Aix-en-Provence, in Tokio und Toronto, Die Zauberflöte in Bochum, Madrid und Paris sowie Don Giovanni in Toronto.

Aus dem Bereich der französische Oper. die ebenfalls große Bedeutung für ihn hat, dirigierte er so bekannte Werke wie Manon (Monte Carlo), Hoffmanns Erzählungen (Lausanne, Lyon), Carmen (Paris, Bremen), und Pelléas et Mélisande (erst in Leipzig mit dem Gewandhaus Orchester, dann 2002 mit dem Mahler Chamber Orchestra zum hundertsten Entstehungsjahr des Werkes an der Opéra-Comique). Weiter sind zu nennen Boieldieus La Dame Blanche an der Opéra-Comique, Aubers Le Domino Noir am La Fenice, Massenets Cendrillon an der Flanders Opera, Meyerbeers Robert le Diable an der Berliner Staatsoper und Offenbachproduktionen mit dem Regisseur Laurent Pelly, Orpheus in der Unterwelt (Genf, Lyon), La belle Hélène (Châtelet), Hoffmanns Erzählungen (Lausanne, Lyon) und für die Einweihung des MC2 : La grande duchesse de Gérolstein.

Seit 2004 wird Marc Minkowski regelmäßig an die Pariser Oper eingeladen, wo er im Juni 2006 unter großem Beifall der Kritik, besonders für sein eigenes Orchester Les Musiciens du Louvre-Grenoble, eine neue Produktion von Glucks Iphigénie en Tauride dirigierte. 2007 hatte er, wieder mit seinem eigenen Orchester und wieder mit der Entwicklung eines neuartigen Klangs auf historischen Instrumenten, einen enormen Erfolg mit einer neuen Produktion von Carmen am Thêatre du Châtelet in Paris.

Seit 2003 dirigiert er regelmäßig an der Zürcher Oper, wo er Händels Il trionfo del Tempo und Giulio Cesare, Donizetti?s La Favorite und Rameaus Les Boréades wie auch Fidelio (2007) leitete und demnächst Agrippina (2009) leiten wird. Im Mai 2007 dirigierte er am Stanislavski-Theater in Moskau eine neue Produktion von Debussys Pelléas et Mélisande in einer Inszenierung von Olivier Py und stellte den Moskauern dieses Werk so zum ersten Mal szenisch in Russland vor. In den nächsten Spielzeiten wird er an der Pariser Oper, dem Châtelet, der Opéra comique, La Monnaie, der Züricher Oper sowie der Nederlandse Opera in Amsterdam dirigieren. Zu den großen Opernsängern, mit denen arbeitet, gehören u.a. Cecilia Bartoli, Felicity Lott, Anne-Sophie von Otter, Magdalena Kozena oder Mireille Delunsch.

Mit Les Musiciens du Louvre setzte er die Erschließung und Erforschung des symphonischen Repertoires fort, ein Repertoire, das nun einen immer wichtigeren Platz in seiner Dirigententätigkeit, auch im Ausland, einnimmt. Im Oktober 2006 unternahm er mit Les Musiciens du Louvre eine Europatournee mit Haydns zwölf Londoner Symphonien (Einspielung bei Naïve in Vorbereitung) sowie eine Tournee durch Südamerika mit Mozart?s letzten beiden Symphonien (40 und 41). Neben Beethoven, Schubert und Mendelssohn und Brahms entdeckte er kürzlich erneut Bachs Musik und beschäftigte sich mit dem Werk Richard Wagners. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Kunst der großen französischen Komponisten, wie Berlioz, Bizet, Chausson, Franck, Debussy, Ravel, Fauré, Roussel, Poulenc, Greif und Lili Boulanger einen weiteren Schwerpunkt. In Krakau, Polen, beim Sacrum Profanum Festival dirigierte er kürzlich ein reines Gershwinprogramm sowie mit der Sinfonia Varsovia ein ganz John Adams gewidmetes Programm. Zu seinen letzten Gastengagements als Dirigent gehörten die Staatskapelle Dresden, die Berliner Philharmoniker, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, das Los Angeles Philharmonic Orchestra, das Orchestre de Paris, das Birmingham Symphony Orchestra, das Deutschen Symphonie Orchester, das Spanischen National Orchester und das Cleveland Orchestra, zu dem er eine besonders enge Beziehung hat.

Seit 2007 steht er bei dem französischen Label Naïve unter Vertrag, eine erste Einspielung von Bizets Arlésienne und Auszügen aus Carmen wird 2008 herauskommen (im Verlag Naïve wird auch eine Biographie Marc Minkowskis von Serge Martin erscheinen). Vorher spielte er verschiedene Aufnahmen für Deutsche Grammophon, Erato und EMI-Virgin Labels ein (Une symphonie imaginaire von Rameau, La Grande-Duchesse de Gérolstein von Offenbach und Opera proibita mit Cecilia Bartoli, Symphonien Nr. 40 und 41 von Mozart, ein Album den romantischen Werken Offenbachs gewidmet und eine DVD der Salzburger Aufführungen von Mitridate).

Marc Minkowski wurde im März 2008 zum musikalischen Leiter der Sinfonia Varsovia, einem der wichtigsten polnischen Orchester, ernannt.

2004 wurde Marc Minkowski vom französischen Präsidenten zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.



Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen? Empfehlen Sie ihn weiter!

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (11/12 2018) herunterladen (4200 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Franz Lehár: Kaiserin Josephine - Ich heiße Sie alle ganz herzlich willkommen!

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Anzeige