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Dienstag, 25. April 2017

Enoch zu Guttenberg, Photo: Regine Körner

Enoch zu Guttenberg im Portrait

Biografie


Bequem hat er es sich nie gemacht. Enoch zu Guttenberg ist seinen eigenen Überzeugungen gefolgt, ist nie einfach nur mit, sondern oft genug gegen den Strom geschwommen. Als einer der herausragenden Dirigenten unserer Zeit hat er sich mit der Musik auf eine Weise auseinandergesetzt, die Publikum und Kritiker aufgerüttelt und ihm zugleich internationale Achtung verschafft hat.

Sowohl als Sinfoniker, als auch als Interpret der großen Sakralwerke, setzten seine Aufführungen wichtige Akzente in der eigenen Laufbahn und auf den bedeutenden internationalen Bühnen. Neben seinen Engagements als Gastdirigent (z.B. beim MDR Leipzig als Prinzipal Guest Conductor, oder beim Sinfonieorchester des NDR Hamburg, dem RSO Saarbrücken, der Deutschen Oper am Rhein, dem Nouvelle Orchestre Philharmonique Paris, und vielen anderen nationalen und internationalen Orchestern) sind es insbesondere zwei Ensembles, die Guttenbergs künstlerische Idee und musikphilosophische Ansätze - wie er es sagt - "mit mir zusammen zu 100% bemüht sind, es als gemeinsame Anliegen umzusetzen": Das Orchester der KlangVerwaltung zu dessen künstlerischem Leiter er 1997 berufen wurde, und die von ihm seit 1967 geleitete Chorgemeinschaft Neubeuern.

Für Enoch zu Guttenberg und seine ihm verbundenen Ensembles sind die Symbiose aus dem fundierten Wissen um die jeweilige historische Aufführungspraxis, der unbedingten, zwingenden Inhaltsorientierung und der hieraus wachsenden Emotionalität die drei Hauptsäulen ihrer Interpretation. Dies gilt für alle bedeutenden Werke des Barock, der Wiener Klassik, Romantik/Spätromantik und Kompositionen des 20. Jahrhunderts.

"Man muss für das, was man tut, existentiell einstehen können" ist das Credo des Dirigenten. Die Antworten auf die offenen Fragen der Welt, die Guttenberg in der Musik sucht und findet, sind manchmal radikal, haben die Fachwelt mehr als einmal polarisiert, und finden weltweit enthusiastische Anhänger.

Im Jahr 2000 wurde Enoch zu Guttenberg die Intendanz der Internationalen Herrenchiemsee Festspiele übertragen. Als künstlerischer Leiter kreierte Guttenberg zusammen mit dem Dramaturgen Klaus J. Schönmetzler hier ein singuläres Konzept, das nicht nur von seiner Persönlichkeit und seinen Überzeugungen geprägt ist, sondern zugleich die besondere Historie der Lokalität einbezieht.

Obwohl die Musik immer im Zentrum seiner Aktivität und Kreativität liegt, seine Mitwelt hat Guttenberg niemals aus den Augen verloren. Ob als beharrlicher Mahner und Visionär in Sachen Umweltpolitik oder als erfolgreicher Förderer der kulturellen Zusammenarbeit zwischen Ost und West - geprägt durch sein Elternhaus, war die Verbindung von politischem und künstlerischem Engagement für Enoch zu Guttenberg stets Verpflichtung. Für seine Arbeit wurde Guttenberg über die Jahre mit etlichen Auszeichnungen, darunter dem Deutschen Kulturpreis und dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, geehrt. Für die Einspielung von Anton Bruckners Symphonie Nr. 4, Es-Dur "Romantische" erhält er zusammen mit dem Orchester der KlangVerwaltung den begehrten ECHO Klassik 2008 in der Kategorie "Sinfonische Einspielung des Jahres", Musik des 19. Jahrhunderts. Sein musikalisches Wirken wird mittlerweile durch zahlreiche Funk- und Fernsehproduktionen sowie CD-Einspielungen dokumentiert.



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