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Sonntag, 22. April 2018

H.K. Gruber, Photo: Johnny Volcano

H.K. Gruber im Portrait

Biografie


Der Komponist, Dirigent, Chansonnier und Kontrabassist HK Gruber ist eine der bekanntesten und populärsten aber auch rätselhaftesten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musikszene. Er entwickelte einen unverwechselbaren individuellen Stil, der als ‚neo-romantisch’, ‚neo-tonal’, ‚neo-expressionistisch’ und ‚neo-wienerisch’ bezeichnet wurde. Seine Musik bleibt aber erfrischend undoktrinär - ein nur auf den ersten Blick einfaches und gleichzeitig finster ironisches Idiom mit einer guten Prise schwarzen Humors. Berg, Stravinsky, Kabarettsongs und Popmusik haben ihn beeinflusst, aber welche stilistischen Elemente er auch in seine Werke integriert, bleibt er doch unnachahmlich er selbst: einer der originellsten musikalischen Köpfe seit dem Zweiten Weltkrieg. Als solcher wurde er mit dem renommiertesten Kulturpreis seines Landes, dem Großen Österreichischen Staatspreis 2002 ausgezeichnet.

Gruber wurde 1943 in Wien geboren, er war als Kind Mitglied bei den Wiener Sängerknaben und studierte an der Wiener Hochschule für Musik Kontrabass bei Ludwig Streicher, Musiktheorie bei Hanns Jelinek und Komposition bei Erwin Ratz und Gottfried von Einem. 1961 wurde er Kontrabassist im Ensemble die reihe, darauf folgte von 1969 bis 1998 die Mitgliedschaft im Radio-Sinfonieorchester Wien. 1968 gründete Gruber mit seinen Wiener Komponistenkollegen Kurt Schwertsik und Otto Zykan das Ensemble MOB art & tone ART, in dem er sich als Sänger und Schauspieler profilierte. Seitdem ist er in dieser Rolle häufig aufgetreten, hauptsächlich in Frankenstein!!, aber auch in Schönbergs Pierrot Lunaire und Maxwell Davies’ Eight Songs for a Mad King sowie in Werken von Kurt Weill und Hanns Eisler.

Grubers populärstes Werk, das ‚Pandämonium’ Frankenstein!!, hatte 1978 mit dem Liverpool Philharmonic Orchestra unter Simon Rattle und mit Gruber als Chansonnier Premiere. Seither wurde es auf der ganzen Welt aufgeführt, in verschiedenen Sprachen und unterschiedlichen Fassungen, sowohl auf der Bühne als auch konzertant, im Fernsehen und im Film. 1997 ist Frankenstein!! bei EMI Classics auf CD erschienen, mit Gruber und der Camerata Salzburg unter Franz Welser-Möst und kürzlich auch bei Chandos mit dem BBC Philharmonic Orchestra. Grubers Werkkatalog umfasst außerdem zwei Violinkonzerte, die für Ernst Kovacic geschrieben wurden, ein YoYo Ma gewidmetes Cellokonzert (Premiere in Tanglewood 1989), ein Konzert für Schlagzeug Rough Music, sowie Aerial, ein Trompetenkonzert, das er im Auftrag der BBC Proms für Hakan Hardenberger schrieb und das Orchesterwerk Dancing in the Dark, ein Auftrag der Wiener Philharmoniker, uraufgeführt 2003 unter Sir Simon Rattle. Zu HK Grubers Bühnenwerken gehören Gloria von Jaxtberg und die Oper Der Herr Nordwind, die 2005 ihre Uraufführung am Opernhaus Zürich mit Gruber am Pult erlebte. Sein neuestes Werk Hidden Agenda für Orchester wurde 2006 beim Lucerne Festival uraufgeführt, wo Gruber ‘Composer-in-Residence’ war.

Als Dirigent ist Gruber weltweit gefragt und hat Orchester wie die Wiener Philharmoniker, das Cleveland Orchestra, das Rotterdam Philharmonic, das Ensemble Modern, das Gothenburg Symphony, das BBC Philharmonic, das BBC Symphony, das Los Angeles Philharmonic und das New World Symphony dirigiert und war zu Gast bei verschiedenen Festivals wie den BBC Proms, dem Lucerne Festival, dem Menhuin Festival Gstaad und der Musica Nova.

Als leidenschaftlicher Fürsprecher der Musik Kurt Weills und Hanns Eislers interpretiert Gruber oft ihre Werke und hat viele davon für BMG und Largo eingespielt. In der letzten Zeit hat er auch eine Reihe seiner eigenen Kompositionen aufgenommen – unter anderem Dancing in the Dark bei Chandos mit dem BBC Philharmonic Orchestra, Zeitfluren bei BIS mit dem Swedish Chamber Orchestra und Zeitstimmung, ebenfalls bei BIS mit dem Tonkünstler–Orchester Niederösterreich.



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