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Dienstag, 16. Oktober 2018

Hans Erich Pfitzner

Hans Erich Pfitzner im Portrait

Biografie


Dass Hans Pfitzner 1869 in Russland geboren wurde, hängt mit dem Engagement seines Vaters Robert zusammen, der selbst Musiker war. 1872 quitierte er seinen Geigerposten am Moskauer Opernorchester, um nach Deutschland zurückzukehren und am Frankfurter Stadttheater Musikdirektor zu werden. Das außergewöhnliche musikalische Talent seines Sohnes Hans wurde bald deutlich, und so trat er in das Hoch'sche Konservatorium ein, wo er unter anderem Klavier bei James Kwast studierte. Als er seine Ausbildung 21-jährig beendete, konnte er bereits auf eine ganze Reihe von Kompositionen zurückblicken; darunter viele Lieder und die Schauspielmusik zu Ibsens Fest auf Solhaug. Bald darauf wurden Hans Pfitzner frühe Ehren zuteil, so eine Dozententätigkeit in Koblenz und die Möglichkeit, seine eigenen Werke in der Berliner Singakademie zu dirigieren. Um seiner ersten Oper Der arme Heinrich zur Aufführung zu verhelfen, übernahm er eine unbezahlte Korrepetitorenstelle am Mainzer Stadttheater an. Und tatsächlich dirigierte er 1895 die Uraufführung. Am Sternschen Konservatorium in Berlin sollte er nun auch eine Festanstellung als Kompositionslehrer finden. Da seine Liebesbeziehung zu Mimi Kwast, der Tochter seines früheren Klavierlehrers, nicht den Segen ihrer Eltern hatte, heirateten die beiden heimlich und unter abenteuerlichen Umständen in Canterbury. Die Jahre zwischen 1908 und 1918 waren in vielerlei Hinsicht eine Glanzzeit für den Komponisten: In Straßburg wurde er zuerst Direktor des Konservatoriums, dann auch noch der Oper. Viele seiner Kompositionen stammen aus dieser Zeit - unter anderem seine Oper Palestrina. Aber sein Schaffen war interdisziplinär ausgelegt: Denn Pfitzner betätigte sich zudem als Regisseur und Schriftsteller zahlreicher Essays und Abhandlungen. Das Kriegsende machte Straßburg zu ungünstigem Terrain, und es zog ihn nach Bayern, wo er sowohl für die Preußische Akademie der Künste als auch für die Münchner Akademie der Tonkunst pädagogisch tätig war. Im Jahre 1936 ernannte man ihn zum ?Reichskultursenator', und Pfitzner blieb in München, bis 1943 sein Haus zerbombt wurde. Ein Jahr nach Kriegsende kehrte er aus Österreich zurück und verbrachte einige Jahre in einem Altersheim, bis ihm 1949 die Wiener Philharmoniker eine Heimstatt in Salzburg anboten, wo er am 22. Mai starb. Aus der Romantik hervorgehend, aber nicht wirklich mehr dazugehörend, hinterlässt uns Hans Pfitzner zahlreiche symphonische und konzertante Werke sowie über 100 Lieder.



"Weber kam auf die Welt, um den 'Freischütz' zu schreiben."
 

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