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Donnerstag, 19. Juli 2018

Fanny Hensel

Fanny Hensel im Portrait

Biografie


Neben Clara Schumann ist Fanny Hensel die komponierende Frau, deren Schicksal es war, im Schatten des berühmten Gatten beziehungsweise Bruders unterbewertet und unterdrückt worden zu sein. Sie kam als ältestes von vier Kindern des jüdischen Bankiers Abraham Mendelssohn und dessen Frau Lea Salomon am 14. November 1805 in Hamburg zur Welt. Drei Jahre später wurde ihr Bruder Felix geboren. Auch sie erhielt Klavierunterricht bei Ludwig Berger und umfassenden Unterricht in Musiktheorie und Komposition bei Carl Friedrich Zelter. Trotz des vermeintlichen Gleichheitsgrundsatzes machte der Vater große Unterschiede zwischen Sohn und Tochter, wenn es ums professionelle Komponieren ging. Seine Einstellung dazu betonte er klar und deutlich in mehreren Briefen an sie mit den Worten: ‚[...] Die Musik wird für ihn [Felix] vielleicht Beruf, während sie für Dich stets nur Zierde, niemals Grundbasis deines Seins und Tuns werden kann und soll[...].' Sie stellte zwar ihre musikalische Begabung in Anpassung an das weibliche Rollenbild der Zeit zurück, ließ sich aber dennoch nicht am Komponieren hindern. 1829 setzte sich Fanny zum ersten Mal gegen den Familienwillen durch und heiratete den Berliner Maler und Dichter Wilhelm Hensel. Er brachte den schöpferischen Ambitionen seiner Ehefrau großes Verständnis entgegen und ermutigte sie sogar zum Komponieren - ganz im Gegensatz zu ihrer Familie. Sie organisierte regelmäßig ‚Sonntagsmusiken' in ihrem Haus, zu denen sie häufig eigene Werke beisteuerte. Hatte sie bis dahin in erster Linie Kammermusik und Lieder verfasst, so wagte sie sich nun auch an größere Besetzungen. Ihr einziges Oratorium nach Bildern der Bibel blieb allerdings zu ihren Lebzeiten der Öffentlichkeit verborgen. Die Uraufführung fand erst im Jahr 1984 statt. Von 1839 bis 1841 hielt Fanny sich mit ihrem Mann und dem einzigen Sohn Sebastian in Italien auf. Musikalisch verarbeitete sie die Eindrücke dieser Reise in ihrem Klavierzyklus ‚Das Jahr'. Bis zu ihrem plötzlichen Tod am 14. Mai 1847 lagen lediglich Lieder mit und ohne Worte - in Anlehnung an die ‚Lieder ohne Worte' von Felix Mendelssohn Bartholdy - und die ‚Gartenlieder' gedruckt vor. Fanny Hensel galt lange als Gelegenheitskomponistin, da sie neben den familiären Verpflichtungen wenig Zeit hatte. Aber der Bruder Felix würdigte ihr Kompositionstalent und ließ seine fertigen und die im Entstehen begriffenen Werke von ihr beurteilen. Erst als das umfangreiche Notenmaterial aus dem Familienbesitz an die Berliner Staatsbibliothek gegeben wurde, kam die Vielfalt ihres kompositorischen Schaffens zum Vorschein. Neben Klavierstücken nehmen die Lieder, zumeist für eine Singstimme mit Klavierbegleitung, den größten Raum in Fannys Œuvre ein. Sie schrieb aber auch Chorwerke, einige wenige Werke für Orchester und Kammermusik; zusammengenommen über 400 Kompositionen.



"...Daher gelingen mir am besten Lieder, wozu allenfalls ein hübscher Einfall ohne viel Kraft der Durchführung gehört."
 

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