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Donnerstag, 19. April 2018

Norbert Burgmüller

Norbert Burgmüller im Portrait

Biografie


August Joseph Norbert Burgmüller wurde am 8. Februar 1810 in Düsseldorf als jüngster Sohn einer Musikerfamilie geboren. Der Vater August Burgmüller nahm nach einem Wanderleben als Theaterkapellmeister die Stelle des Städtischen Musikdirektors in Düsseldorf an und gründete 1818 die Niederrheinischen Musikfeste. Die Mutter Therese (geb. von Zandt) war als Musikjournalistin, Sängerin und Klavierlehrerin tätig. Von Norberts zwei älteren Brüdern machte sich Friedrich, der nach einer Anstellung als Musiklehrer in Mühlhausen seit etwa 1834 in Paris wohnte, vor allem durch seine Klavieretüden einen Namen. Nach dem Tod des Vaters wurde die Familie von dem Mäzen Graf Franz von Nesselrode-Ehreshoven unterstützt, der es dem jungen Norbert ermöglichte, ab 1826 in Kassel bei dem Komponisten, Geiger und Dirigenten Louis Spohr und dessen Schüler Moritz Hauptmann zu studieren. Anschließend erteilte Burgmüller in Kassel Musikunterricht, war als Korrepetitor tätig und trat als Pianist und Komponist in der Öffentlichkeit auf. Die Verlobung mit einer Sängerin des Hoftheater-Ensembles endete für ihn unglücklich, was Burgmüller in eine tiefe künstlerische Krise stürzte. Noch im selben Jahr kehrte er nach Düsseldorf zurück und lebte bis zu seinem Tode gemeinsam mit seiner Mutter und ohne feste Anstellung. Dabei verkehrte er ähnlich wie Franz Schubert in einem Freundeskreis aus Malern, Dichtern und Musikern, zu dem unter anderem Felix Mendelssohn Bartholdy und Christian Dietrich Grabbe gehörten.

Wichtige Anregungen erhielt Burgmüller von Felix Mendelssohn, der von 1833 bis 1835 als Städtischer Musikdirektor nach Düsseldorf verpflichtet wurde. Obgleich sich Burgmüller selbst Hoffnungen auf den ehemaligen Posten seines Vaters gemacht hatte, entwickelte sich ein freundschaftliches Verhältnis zu dem fast gleichaltrigen Mendelssohn. Dessen Weggang nach Leipzig, wo er Leiter der Gewandhauskonzerte wurde, ließ Burgmüller künstlerisch vereinsamen. So kam es 1835 zu jener Freundschaft, die ihn im 19. Jahrhundert zu einer gewissen, wenn auch zweifelhaften Berühmtheit verhalf: Auf Veranlassung des Dichters und Theaterleiters Karl Immermann schlug in jenem Jahr der mit fast aller Welt zerfallene Dichter Christian Dietrich Grabbe in Düsseldorf seine Zelte auf. In dieser Zeit plante Burgmüller seinem erfolgreichen Bruder Friedrich nach Paris zu folgen. Zur Übersiedlung dorthin kam es jedoch nicht mehr. Im Frühjahr 1836 fuhr Burgmüller auf Einladung eines Freundes zu einer Badekur nach Aachen. Er starb dort am 7. Mai 1836 unter ungeklärten Umständen. Damalige Berichte sprachen von Ertrinken infolge eines Krampfanfalles, aber es gab auch Gerüchte um einen Freitod. Vier Tage später wurde er in Düsseldorf unter den Klängen eines von Mendelssohn zu diesem Anlass komponierten Trauermarsches beigesetzt, Grabbe widmete dem Freund einen verzweifelten Nachruf. Bis zu Burgmüllers Tode war keines seiner Werke im Druck erschienen und nur wenige waren aufgeführt worden. Dank des Einsatzes von Robert Schumann, der diesen ebenso wie Mendelssohn, Brahms und Bruch hochschätzte, gerieten Burgmüllers Kompositionen nie ganz in Vergessenheit. Sein Werk umfasst unter anderem 2 Sinfonien, ein Klavierkonzert, 4 Streichquartette, Klavierwerke und Lieder.



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