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Dienstag, 27. Juni 2017

Jan Pieterszoon Sweelinck

Jan Pieterszoon Sweelinck im Portrait

Biografie


Jan Pieterszoon Sweelinck wurde als Organistensohn im niederländischen Deventer geboren, zog aber im Alter von fünf Jahren mit seinen Eltern nach Amsterdam. Dort übernahm sein Vater die Organistentätigkeit an der Oude Kerk. Jan Pieterszoon erhielt seinen ersten Unterricht im Orgelspiel sowie im Kontrapunkt bei seinem Vater. Im Jahre 1573 starb sein Vater und der Elfjährige bekam, durch einen unbekannten Gönner finanziert, Unterricht bei Jan Willemszoon Lossy in Haarlem. Starken Eindruck hinterließen bei dem jungen Künstler die Improvisationen des Organisten von St. Bavo, Floris van Adrichem. Wahrscheinlich ab 1577, sicher aber ab 1580 übernahm Sweelinck als Nachfolger seines Vaters das Amt als Organist der Oude Kerk in Amsterdam, welches er bis zu seinem Tod bekleidete. Diese Aufgabe blieb in der Familientradition: auch sein Sohn Dirck sollte nach Sweelincks Tod diesen Dienst auf Lebzeiten übernehmen. Jan Pieterszoon Sweelinck war in seinem Leben nie im Ausland, hatte aber eine beträchtliche Anzahl ausländischer Schüler. Hauptsächlich durch das Lehren finanzierte er seinen Lebensunterhalt, so dass der Dienst für die Kirche zum Nebenerwerb wurde. So unterrichtete er Schüler wie Heinrich Scheidemann, Jakob Praetorius und Cornelis Janszoon Helmbreecker; sein berühmtester Schüler aber war Samuel Scheidt, der seine Kompositionstradition in Deutschland weiterführte. Von seinen Orgelwerken sind die meisten in Form von Abschriften noch heute erhalten, und sie prägten spätere Komponisten stark. Heute kennt man Sweelinck als Orgelkomponisten. Ein Großteil seiner Vokalkompositionen ist indes unbekannt. Zu Lebzeiten war es umgekehrt: Er war eher als Vokalkomponist bekannt und geschätzt, von seinen Orgelwerken wurde damals nicht eine einzige veröffentlicht.

Jan Pieterszoon Sweelinck strebte eine Vertonung sämtlicher Psalmen an, und an der Realisation dieses Vorhabens arbeitete er akribisch. Seine Psalmvertonungen sind aber heute leider (zumindest teilweise) verloren. Dennoch war Sweelinck in seinen Kompositionsweisen maßgebend für die historische Entwicklung der Kirchenmusik. Auch seine Zeitgenossen würdigten und schätzten ihn sehr, und als er - der letzte Niederländer starb, meldete dies die Amsterdamer Zeitung voll Bedauern und nannte ihn weerdigh een Prince der Musijcken genoemt te werden (würdig, ein Prinz der Musik genannt zu werden).



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