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Freitag, 24. November 2017

Stanislaw Moniuszko

Stanislaw Moniuszko im Portrait

Biografie


Die Erziehung Stanislaw Moniuszkos - Sohn eines verarmten Gutsherrn und einer Deutschen - wurde stark von seinem Onkel beeinflusst, der ihm schon früh aufklärerisch-soziale Ideale vermittelte und somit den Grundstein für Moniuszkos späteres Kämpfertum gegen das von Russland dominierte ‚Kongresspolen' legte. Im Jahre 1827 zogen die Moniuszkos aus ihrer Heimatstadt Ubiel bei Minsk für drei Jahre nach Warschau, wo Stanislaw bei August Freyer studierte. Der durch Armut stets in seinen Plänen gebremste Moniuszko schaffte es erst 1837 nach Berlin und erhielt dort Unterricht bei C.F. Rungenhagen. Hier entstanden seine ersten Kompositionen, u.a. Lieder zu Texten des polnischen Dichters Adam Mickiewicz. Ab 1840 verdiente er seinen spärlichen Lebensunterhalt in Wilna (Vilnius) als Organist; später als Dirigent des Theaters. Nebenbei gab er Klavierstunden. 1847 hatte der am 5. Mai 1819 geborene Komponist die erste Fassung seiner Oper Halka fertiggestellt; trotz wohlwollender Reaktionen an der Warschauer Staatsoper wurde sie jedoch wegen ihrer scharfen Sozialkritik abgelehnt. Es sollte elf Jahre dauern, bis sie - nach dem Tod des Zaren Nikolaus I. - am 1. Januar 1858 in Warschau aufgeführt wurde. Dieser Tag veränderte Moniuszkos Leben dank des überwältigenden Erfolgs schlagartig. Die polnische Nationaloper war aus der Taufe gehoben worden. Es folgten zwei Reisen durch Europa, auf denen er lang ersehnte Kontakte zu Liszt, Smetana, Gounod und Rossini knüpfte. Nach seiner Rückkehr wurde ihm das Amt des Leiters der Warschauer Oper angeboten, das er bis an sein Lebensende ausübte. Animiert durch den polnischen Nationalaufstand von 1863 arbeitete er fieberhaft an Straszny dwór (Das Gespensterschloss), dessen Uraufführung 1865 zur patriotischen Demonstration wurde und dementsprechend schnell von der zaristischen Zensur wieder abgesetzt wurde. Am 4. Juni 1872 starb Stanislaw Moniuszko durch einen Herzschlag. Die beeindruckende Beteiligung des Volkes an seiner Beerdigung zeigt den heldenhaften Status, den er bei den polnischen Patrioten hinterließ.

Moniuszkos Schaffen umfasst außer den 24 Opern und Operetten ungefähr 300 Lieder, derentwegen ihm auch die Bezeichnung ‚der polnische Schubert' zukam. Seine zum Teil relativ schlicht gestrickten Liedkompositionen beweisen seine Volksnähe sowie seine Fähigkeit zur musikalischen Lyrik.



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