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Donnerstag, 19. April 2018

Wasili Sergejewitsch Kalinnikow

Wasili Sergejewitsch Kalinnikow im Portrait

Biografie


Der russische Komponist, Dirigent, Pädagoge und Fagottist Wassilij Kalinnikow wurde am 13. Januar 1866 in Woiny bei Orel geboren. Er besuchte das städtische Priesterseminar, wo er als 14-jähriger Schüler bald schon mit der Leitung des Chors betraut wurde. 1884 kam Kalinnikow als Stipendiat nach Moskau und studierte in den folgenden acht Jahren an der Schule des Philharmonischen Orchesters Moskau Komposition und Fagott bei Alexander Ilijnski und Pavel Blaramberg. Die finanzielle Situation seiner Eltern zwang ihn, selber für seinen Lebensunterhalt aufzukommen, weshalb er bereits während des Studiums als Fagottist und Schlagzeuger in diversen Moskauer Theaterorchestern mitwirkte. Fachlich und menschlich profitierte Kalinnikow von der Unterstützung seines Lehrers und Freundes Kruglikov. 1892/93 dirigierte er auf Empfehlung von Peter Tschaikowsky Vorstellungen am Malij Theater und am Italienischen Theater in Moskau, doch zwang ihn eine schwere Tuberkulose kurze Zeit später, diese Tätigkeiten aufzugeben und sich ins warme Klima auf Krim zurückzuziehen. In großer Armut, getragen vom finanziellen Beistand seiner Freunde und von Spenden des Pianisten und Komponisten Sergei Rachmaninow, verbrachte er dort die kurze Zeit seines restlichen Lebens mit dem Komponieren symphonischer Musik. Es gelang ihm, eine eigene musikalische Sprache zu entwickeln, die sich besonders im lyrischen Moment und in der Hegemonie russischer Melodik offenbart. Dass auch die Tonsprache Tschaikowskys und Borodins in seine Werke eingeflossen ist, lässt sich kaum überhören. Kalinnikows Schaffen umfasst 2 Symphonien, einige kleinere Orchesterwerke, Romanzen, Musik zu Alexej Tolstojs Drama ‚Zar Boris' sowie die Ouvertüre zur Oper ‚Im Jahr 1812'. Boris Asafieff, ein bedeutender russischer Kritiker und Musikwissenschaftler, soll über Kallinnikow gesagt haben: ‚Wäre er nicht so früh gestorben, hätte er der talentierteste Komponist Moskaus werden können'. Knapp 35jährig starb Kalinnikow am 11. Januar 1901 in Jalta.



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