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Samstag, 21. Juli 2018

Johann Hermann Schein

Johann Hermann Schein im Portrait

Biografie


Johann Schein wurde als fünftes Kind eines Pfarrers im sächsischen Erzgebirge geboren. Nach dem Tod seines Vaters 1593 ging die Familie nach Dresden. Im Alter von 13 Jahren wurde Schein als Kantoreiknabe in die Hofkapelle aufgenommen, wo er eine umfassende musikalische Grundausbildung erhielt. Die kurfürstliche Landesschule Pforta, die er ab 1603 besuchte, vermittelte ihm eine humanistische Bildung. Ab 1608 studierte er an der Universität Leipzig ‚Freie Künste’ sowie ‚Jura’. Direkt nach dem Studium nahm er 1612 die Stelle des Hausmusik-Direktors auf Schloss Weißenfels an. Nach drei Jahren ging er nach Weimar, um dort als Hofkapellmeister Herzog Johann Ernsts d.J. tätig zu werden. Dort blieb er aber nicht sehr lang, denn bereits ein Jahr später trat er die Nachfolge Calvisius’ als Thomaskantor in Leipzig an, einem Amt, das 100 Jahre später von Johann Sebastian Bach bekleidet werden sollte. Neben der musikalischen Betreuung von zwei Kirchen zählte der Latein- und Musikunterricht in einem Umfang von 14 Stunden pro Woche zu seinen Aufgaben. Im Jahr 1616 heiratete Johann Schein seine erste Ehefrau Sidonia, mit der er fünf Kinder hatte. Nach ihrem Tod – acht Jahre später – heiratete er erneut. Mit seiner zweiten Ehefrau hatte er ebenfalls fünf Kinder, wovon vier im frühen Säuglingsalter starben. In seiner Weimarer Zeit um 1615 begann die Freundschaft zu dem Komponisten Samuel Scheidt und ungefähr zu dieser Zeit knüpfte er auch enge Kontakte zu Heinrich Schütz, die ihn beide musikalisch beeinflussten. Die drei Komponisten Schein, Scheidt und Schütz brachten den italienischen Kompositionsstil nach Deutschland. Scheins zu gleichen Teilen weltliche und geistliche Stücke orientierten sich in seiner ersten Schaffensphase noch an dem italienischen stile antico, bevor er sich intensiv mit dem von Monteverdi etablierten stile nuovo beschäftigte, den er mit der deutschen Tradition zu verschmelzen wusste. So übertrug er die Form des aus Italien stammenden solistischen Vokalkonzertes in seinen Opella nova I auf die deutsche Choraltradition. Schon früh litt Schein unter schwerer Krankheit und er machte mehrere Kururlaube in Karlsbad. Kurz vor seinem 45. Geburtstag erlag er in Leipzig der Schwindsucht.



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