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Sonntag, 24. Juni 2018

Walter von der Vogelweide

Walter von der Vogelweide im Portrait

Biografie


Wie bei fast allen Persönlichkeiten des Mittelalters sind auch bei Walther von der Vogelweide die Lebensdaten unklar. Sein Geburtsdatum wird im Allgemeinen auf die Zeit um 1170 eingegrenzt, sein Todestag um 1230 vermutet. Auch über Herkunft und Abstammung existieren keine gesicherten Quellen. Die Überlegung, Walther stamme aus Österreich, bleibt daher reine Spekulation. Es gibt nur eine einzige Aktennotiz aus Walthers Lebzeiten, in der er als "cantor" bezeichnet wird. Dies könnte ein Hinweis auf seinen gesellschaftlichen Stand sein, welcher jedoch aufgrund mangelnder weiterer Anhaltspunkte nicht eindeutig geklärt werden konnte. Es wird angenommen, dass Walther von 1190-1198 am Hof in Wien war und dort das Minnedichten und -singen erlernte. Abgesehen von diesem Aufenthalt lassen sich aus Walthers Lyrik noch andere Höfe, zu denen er Kontakt pflegte, rekonstruieren. Seine Gönner waren unter anderem Friedrich I. sowie später Kaiser Otto IV und Friedrich II. Wie Walther in einem seiner Texte selbst angab, schrieb er vierzig Jahre als Minnesänger. Sein Oeuvre umfasst höfische Minnelyrik - zu Anfang noch stark beeinflusst von Reinmar - sowie Naturlyrik, Mädchenlieder und die von ihm in deutscher Sprache neu eingeführten politischen Sangsprüche. Außerdem finden sich traditionelle Lob-, Lehr-, Bitt- und Scheltsprüche. Im Gegensatz zu seinen lyrischen Texten sind die jeweiligen Melodien seiner kompositorischen Tätigkeit verloren oder unlesbar, so dass auf diesem Gebiet keine Quellen Aufschluss über Walthers Schaffen geben können. Gottfried von Straßurg schrieb nach Reinmars Tod über Walther, dieser sei der führende Minnesänger seiner Zeit und hob besonders seine kompositorischen Fähigkeiten hervor. Walther gnoss demnach schon bei zeitgenössischen Dichtern großes Ansehen, und sein guter Ruf hielt sich über seinen Tod hinaus bis in die heutige Zeit.



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