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Sonntag, 23. April 2017

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Das Ensemble Armoniosa über seine neue CD, Historische Aufführungspraxis, gemeinsame Essen, selbstgebaute Instrumente und Musik im Internet.

"Unser Ensemble ist geprägt von wirklicher Harmonie"


Das Ensemble Armoniosa wurde 2012 im italienischen Asti gegründet. Francesco Cerrato ist Sologeiger und Leiter des Ensembles, das sich der Historischen Aufführungspraxis verschrieben hat. Sein Bruder Stefano spielt das Solocello im Ensemble. Im Generalbass musizieren der Cellist Marco Demaria, Michele Barchi (Cembalo) und Daniele Ferretti (Orgel). Spezialisiert ist das Ensemble auf Musik des 18. Jahrhunderts. Zum Jahreswechsel erscheint die zweite CD der Musiker mit sechs Triosonaten für Violine, Cello und Basso continuo des italienischen Komponisten Giovanni Benedetto Platti. Die Aufnahmen fanden im westfälischen Marienmünster statt. Dort trafen die fünf Musiker klassik.com-Autor Miquel Cabruja zu einem gemütlichen Essen mit lokalen Spezialitäten - samt anregendem Gespräch.

Herr Demaria, das Ensemble Armoniosa nimmt derzeit in Marienmünster seine zweite CD auf. Gewidmet ist sie Giovanni Benedetto Platti, einem wenig bekannten Komponisten. Was hat es mit ihm auf sich?

Marco Demaria: Giovanni Benedetto Platti ist ein interessanter Musiker, über den nicht viel bekannt ist. Wir wissen, dass Platti um das Jahr 1697 herum in Padua in eine Musikerfamilie geboren wurde. 1722 kam er an den Hof der Würzburger Fürstbischöfe, wo er bis zu seinem Tod tätig war. Die Faszination, die italienische Künstler auf die Höfe nördlich der Alpen hatten, sieht man gerade in Würzburg auch in der wundervollen Architektur der weltbekannten Residenz. Das ab 1750 entstehende Deckenfresko Giovanni Battista Tiepolos und die verschiedenen Zimmer, die italienischen Regionen wie der Toskana oder Venetien gewidmet sind, bezeugen bildlich die Liebe zu Italien, zur italienischen Kunst und Musik. Es ist also fast schon logisch, dass man in Würzburg italienische Musiker wie Platti anstellte.

Und für den Würzburger Fürstbischof schrieb Platti vor allem geistliche Werke?

Michele Barchi: Platti schrieb für den bischöflichen Hof sicher auch sakrale und vokale Musik, ist aber vor allem für seine Instrumentalkompositionen bekannt, die auch durch Interpreten aufführbar sind, die keine überragenden Virtuosen sind. Das heißt nicht, dass sie frei von jeglichen Schwierigkeiten sind. Aber es ist durchaus ein Unterschied, ob man ein Violinkonzert von Vivaldi oder von Platti spielt. Plattis Musik ist immer diskursiv, sehr spontan und geschmackvoll. Für ihre Zeit ist sie vielleicht eher rückwärtsgewandt als fortschrittlich. Sie ist aber in jedem Fall breitenwirksam. Das förderte sicher auch ihre Veröffentlichung. Denn Musik, die zu kompliziert und nur von Virtuosen zu spielen war, wurde nicht verkauft.

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Ihr Album wird Plattis sechs Triosonaten für Violine, Cello und Basso Continuo enthalten.

Demaria: Diese sechs Sonaten sind bislang noch nie gesammelt eingespielt worden. Unsere Aufnahme wird darüber hinaus die erste auf Originalinstrumenten sein. Plattis Sonaten passen wunderbar zu unserem Ensemble. Es gibt im Übrigen noch keine kritische Ausgabe der Partitur, wir spielen aus den Manuskripten, die uns als Faksimiledruck vorliegen.

Welche Qualitäten hat die Musik von Platti?

Francesco Cerrato: Was an diesen Kompositionen überzeugt, ist die Tatsache, dass sie eine fast orchestrale Wirkung im Kleinformat entfalten. Sie sind interessant, feinsinnig und elegant. Kompositorisch sind sie sicher nicht auf höchstem Niveau, funktionieren aber außerordentlich gut – für uns als Musiker und für das Publikum, das von ihnen unmittelbar angesprochen wird. Es ist eigentlich schade, dass diese Werke so lange nicht aufgeführt wurden. Barchi: Die Sonaten, die zuvor in Italien – etwa in Venedig oder Bologna – entstanden, waren vornehmlich Kirchensonaten, die fast immer für zwei Violinen und Basso continuo geschrieben wurden. In Deutschland schrieb Buxtehude viele Sonaten für die Formation, die auch Platti wählte. Wobei Buxtehude nicht für Violine und Cello, sondern für Violine und Viola da gamba schrieb.

Sie gehen ja davon aus, dass Platti selbst auch Cellist war …

Demaria: … ja, dafür spricht, dass das Solocello eine so herausragende Rolle spielt. Die Violine dominiert nicht. Cellist und Geiger sind Solisten im Doppel. Zwischen ihnen beiden entspinnt sich ein kammermusikalischer Dialog, während der Basso continuo sehr oft über eine simple Begleitung hinausgeht.

Wieso haben den Sie Generalbass für die sechs Sonaten ganz unterschiedlich besetzt?

Cerrato: Den Generalbass haben wir im Grunde nach den Charakteristika unseres Ensembles besetzt. Es handelt sich bei den Werken um Kammersonaten, bei denen man den Generalbass oft von den gerade verfügbaren Instrumenten spielen ließ. Wir wollten den jeweiligen Charakter jeder Sonate unterstreichen und probierten deshalb so lange mit den Instrumenten herum, bis dieser hörbar wurde: Mal begleitet nur die Orgel, so dass ein eher sakraler Charakter entsteht. Mal entfalten nur Solovioline, Solocello und Cello eine musikalische Konversation zu dritt. Dann wieder begleitet allein das Cembalo. Und bei den anderen Sonaten spielen alle Instrumente zusammen. So haben wir auch die Möglichkeit, die große Bandbreite an Klangfarben zu zeigen, über die unser kleines Ensemble verfügt. Demaria: Gott sei Dank hat unser Label Musikproduktion Dabringhaus und Grimm großes Interesse an Neuentdeckungen und ungewöhnlicher Musik. Überhaupt sind die Macher von MDG mit ihrer Neugier großartige Partner für uns. Dadurch, dass wir die Sonaten auch erstmals auf Originalinstrumenten einspielen wollten, konnten wir MDG sofort für unsere Idee gewinnen.

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Sie haben sich der Historischen Aufführungspraxis verschrieben. Was bedeutet das für Sie?

Cerrato: Für unser Ensemble ist das Spiel auf Originalinstrumenten zentral. Ich musiziere beispielsweise auf einer deutschen Geige, die von der Geigenbauer-Dynastie Hopf Ende des 18. Jahrhunderts gebaut wurde. Was mein Instrument besonders macht, ist die Tatsache, dass es noch über seinen originalen Bassbalken und Hals verfügt. Darüber hinaus wurde diese Geige kaum gespielt und hat deswegen nur geringe Gebrauchsschäden. Offenbar blieb sie ein halbes Jahrhundert in einem Geschäft, weil sich niemand fand, der sie kaufen wollte. Das ist fast nicht zu verstehen, denn sie ist ein wirklich außerordentliches Instrument, das wunderbar für die Musik ihrer Zeit geeignet ist. Die meisten historischen Geigen wurden später modernisiert und verfügen oft nur noch über den originalen Korpus. Bei meinem Instrument hingegen wurde nichts angerührt. Der Klang hat bei großer Präsenz eine Zartheit, die wirklich atemberaubend ist.

Was ist sonst noch historisch?

Demaria: Wir spielen auch auf Darmseiten und nutzen historische Bögen oder Nachbauten historischer Bögen mit abnehmbaren Steckfröschen, wie man sie auf zeitgenössischen Darstellungen sehen kann. Außerdem nutzen wir einen historischen Kammerton und spielen in einer leicht modifizierten Werckmeister-Stimmung Nr. III, sodass die einzelnen Tonarten klar identifizierbare Stimmungen und Charaktereigenschaften erhalten.

Apropos Originalinstrumente: Michele Barchi, Sie haben das Cembalo und die Orgel gebaut, die auf der Platti-Aufnahme zu hören sein werden, und diese mit hinreißenden Malereien verziert. Haben Sie Instrumentenbau studiert?

Barchi: Nein, eine Ausbildung als Instrumentenbauer habe ich nie gemacht. Schon während meines Klavierstudiums faszinierte mich jedoch die Idee, Cembalo zu spielen. Da ich mir mit vierzehn Jahren aber kein Cembalo leisten konnte, begann ich zu experimentieren. Mit 18 hatte ich mein erstes Spinett gebaut – ein kleines Instrument mit gutem Klang, das wir mit dem Ensemble auch schon ein paar Mal benutzt haben. Das Instrument, das auf der Platti-CD zu hören sein wird, ist ein Cembalo, das sich an italienische Vorbilder anlehnt. Natürlich arbeitete Platti in Deutschland, aber die deutschen Instrumente der Zeit ähnelten den gleichzeitig in Italien gebauten Cembali. Als ich dieses Cembalo baute, ging es übrigens nicht nur um seinen Klang. Es war auch wichtig, dass es gut zu transportieren ist. Das gilt auch für die kleine Positiv-Orgel, die ich 2014 auf freundlichen Druck meines Ensembles hin baute. (lacht) Sie wird ebenfalls auf der CD zu hören sein und entspricht gewissermaßen einer Kirchenorgel in kleinem Format. Damit sie leicht zu transportieren ist, kann man sie einfach auseinandernehmen und wieder zusammensetzen. Wichtig war mir auch, dass die Materialien den historischen Gegebenheiten entsprechen. Abgesehen von ein paar Plastikrohren, die auf den Klang keinerlei Einfluss haben, mir aber während des Baus viel Zeit gespart haben, ist die Orgel bis hin zum Blasebalg wie ein historisches Instrument konstruiert.

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Entspricht der Blasebalg der Orgel auch historischen Vorbildern?

Demaria: Ja, wobei der Blasebalg bei historischen Vorbildern oft im Instrument verbaut war. Unser Blasebalg, der mit einem Fußpedal betrieben wird, befindet sich außerhalb des Positivs. Das liegt daran, dass Michele ihn nachträglich gebaut hat. Zuerst nutzten wir nämlich einen Elektromotor. Da gab es aber immer den nicht unerheblichen Störfaktor des Betriebsgeräuschs. Zunächst lösten wir bei Konzerten das Problem, indem wir den Motor weit von der Bühne entfernt aufstellten und diesen über einen langen Schlauch mit dem Instrument verbanden. Spätestens als bei einem Konzert in Parma der Strom in der Pause ausfiel und wir damit rechnen mussten, die zweite Hälfte absagen zu müssen, war für uns klar, dass wir einen Blasebalg brauchen. Michele machte sich an die Arbeit, und das Resultat ist wirklich beeindruckend. Durch den Blasebalg haben wir eine Verbesserung des Klangs festgestellt, die Klangemission hat eine viel größere Natürlichkeit, fast wie bei einer Flöte oder einem anderen Blasinstrument.

Michele Barchi, bauen Sie darüber hinaus noch andere Instrumente?

Barchi: Für Freunde mache ich das. Aber mich professionell dem Instrumentenbau zu widmen, wäre zeitlich für mich nicht möglich. Es wäre vor allem aber auch für meine Hände zu gefährlich, die brauche ich ja schließlich noch zum Spielen. Glücklicherweise habe ich mich bis dato nie verletzt …

Wie hat sich das Ensemble Armoniosa denn eigentlich gefunden?

Demaria: Armoniosa wurde 2012 in Asti gegründete. Eine nicht unwesentliche Rolle spielte dabei die Diözese Asti, die in der Kathedrale der Stadt über ein Archiv mit circa 2000 unveröffentlichten Manuskripten verfügt. Diese stammen von den Kapellmeistern der Kathedrale, die dort vom 16. Jahrhundert bis zur Schließung der Kapelle durch Napoleon ununterbrochen tätig waren. Als die Diözese mit dem ‚Istituto Diocesano Liturgico-Musicale di Asti’ ein Institut für liturgische Musik gründete, war Daniele, unser Organist, in die Aktivitäten eingebunden. Wir beide kannten uns aus dem Konservatorium und Daniele kannte Francesco und Stefano. Als er darum gebeten wurde, ein Ensemble zu gründen, das die Musik des Archivs zur Aufführung bringen könnte, dachte er an uns. Das war die Geburtsstunde von Armoniosa. Da nun die Manuskripte der Kathedrale alle aus dem 18. Jahrhundert stammen, lag es nahe, die Musik auf Originalinstrumenten und historisch informiert zur Aufführung zu bringen. Als wir uns im Archiv auf die Suche machten, tauchte schließlich ein Graduale auf, dessen Frontispiz mit der Aufschrift "L’Armoniosa" geschmückt war. Schon hatten wir unseren Namen. Cerrato: Michele lernten wir in einem anderen Zusammenhang kennen und dachten sofort daran, ihn einzubinden – gerade auch, weil er etwas älter ist als wir. Wir profitieren sehr von seiner Erfahrung. Es war großartig, dass er nicht nur auf unsere Bitte einging, sondern auch gleich in unsere Gegend zog, um einfacher mit uns zusammenarbeiten zu können.

Woher denn?

Barchi: Ich komme eigentlich aus Brescia, was 200 Kilometer von Asti entfernt ist. Demaria: Er hat Brescia gegen die sanften Hügel eingetauscht, in die Asti eingebettet ist. (lacht) So wohnte er nur noch 20 km von uns entfernt.

Das klingt nach einer Herzensangelegenheit.

Cerrato: Armoniosa ist eine sehr persönliche Angelegenheit für uns. Es ist ein wenig wie die Summe unserer bisherigen Erfahrungen. Ich selbst wurde beispielsweise in meiner Ausbildung von der großen romantisch-russischen Tradition geprägt. Ähnliches gilt auch für die anderen Mitglieder des Ensembles. Wir kommen nicht aus der Alten Musik. Armoniosa und die Musik des 18. Jahrhunderts sind für uns aber so etwas wie die Rückkehr zu unserer Muttersprache. Wir alle warfen uns in das Projekt förmlich hinein und haben eine ungezügelte Leidenschaft für unser Ensemble und das Repertoire. Man kann auch sagen, dass unser Name Programm ist. Unser Ensemble ist geprägt von echtem Diskurs und wirklicher Harmonie. Wir bringen nicht nur unsere Professionalität in das Ensemble ein, sondern auch unser Herz.

Gilt das auch für die erweiterte Formation, mit der Sie 2015 ihre Vivaldi-CD "La Stravaganza" veröffentlichten?

Cerrato: Auch mit den Mitgliedern des erweiterten Ensembles sind wir freundschaftlich verbunden. Wir haben aber auch darauf geachtet, dass wir nur Menschen mit ins Boot holen, die sich für das Projekt begeistern und mit uns wachsen wollen. Das ist – wie bei jeder Familie – nicht immer einfach. Aber dieser humane Kontext ist unserer Ansicht nach Teil unseres Erfolgs. Und wir sind überzeugt davon, dass man das auch in unserer Musik hören kann. Demaria: Der persönliche Kontakt zwischen den Ensemblemitgliedern ist für uns sehr wichtig. Deswegen gehen wir beispielsweise nach jedem Konzert oder jeder Probe zusammen essen. Das hat schon so manchen Veranstalter überrascht, dass wir nach Proben und Konzerten immer zusammen ein Bier trinken und gemeinsam Spaß haben möchten.

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Sie fünf kann man aber schon als den Kern von Armoniosa bezeichnen.

Cerrato: Wir sind das Fundament von Armoniosa – und das nicht nur musikalisch. Wir machen auch einen Großteil der Arbeit selbst. Das fängt bei der Auswahl unseres Repertoires an, bei der das Internet heute wirklich großartige Möglichkeiten bietet. Man kann online in Archiven in Schweden, Belgien, Frankreich oder Italien recherchieren. Videoplattformen und andere Portale bieten darüber hinaus die Chance, ganz unkompliziert Musik und ihre Interpreten kennenzulernen. Über das Internet können wir ganz einfach mit unserem Publikum in Kontakt bleiben. Man kann beispielsweise Videos ins Netz stellen und somit unglaublich viele Menschen erreichen. Das ist toll, macht natürlich aber auch viel Arbeit. Man muss bei allem, was man tut, immer daran denken, etwas zu posten, Fotos zu machen und das Medium mit einzubeziehen.

Bieten Ihrer Einschätzung nach die Möglichkeiten des Internets nur Vorteile?

Cerrato: Das Internet ist einerseits für unsere Arbeit ein Segen. Andererseits gibt es aber auch Probleme: Das Netz ist wie ein riesiger Zauberkessel, in dem alles herumschwimmt und ständig verfügbar ist. Wie kann man da Qualität erkennen? Wenn Musik ein reiner Konsumartikel wird, ist es schwierig, sie wertzuschätzen. Es geht mir dabei nicht nur um die finanzielle Beteiligung der Künstler, es geht auch darum, dass viele gar nicht mehr dieses Ritual kennen, eine CD zu kaufen, sie mit nach Hause zu nehmen und damit auch ganz bildlich zu erleben, dass dahinter Menschen stehen, die an dem Produkt gearbeitet haben.

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Sie haben in der Vergangenheit mit Reinhard Goebel, Violinist, Gründer von Musica Antiqua Köln und Professor für historische Aufführungspraxis am Mozarteum Salzburg, zusammengearbeitet. Wie kam es dazu?

Cerrato: Über eine Produktion mit dem Orchestra di Padova e del Veneto. Während einer Pause unterhielt ich mich mit Goebel, erwähnte Armoniosa und erzählte von unserem Projekt. Er war sofort interessiert und bat mich um Tonmaterial. Bald darauf sagte er uns, dass er gern mit uns zusammenarbeiten würde und schlug vor, dass er uns in Italien besuchen könnte. Das wäre praktischer, fand er, als wenn sich gleich das ganze Ensemble nach Deutschland aufmacht. Daran sieht man, wie kollegial und unkompliziert Reinhard Goebel ist. Ich werde nie vergessen, wie er auf seinem Klapprad über die Märkte Astis streifte, er mag Italien wirklich sehr! Musikalisch hat uns die Begegnung mit ihm sehr weitergebracht. Seine kulturelle Bildung ist erstaunlich. Alles, was er sagt, ruht auf einem Fundament aus Wissen und Forschung. Was er über Artikulation und Strichtechnik erzählte, hat mich persönlich ungeheuer geprägt. Deswegen sehe ich ihn fast wie einen Lehrer und spüre viel von seiner Persönlichkeit in meinem Spiel, auch wenn mein Ansatz anders ist.

Arbeiten Sie auch mit anderen Szenegrößen zusammen?

Demaria: Reinhard Goebel wollte keine Kopie seines Ensembles Musica Antiqua Köln aus uns machen. Er ist sehr frei und hat einen sehr großen Blickwinkel. Ein solcher Austausch ist für uns sehr wichtig, weswegen wir in Kürze eine weitere Größe der Alten Musik treffen werden: Trevor Pinnock. Wir sind sehr neugierig, welche Perspektiven und Einsichten wir mit ihm zusammen entdecken werden. Wir wollen mit Pinnock die Concerti grossi op. 6 von Händel erarbeiten. Wir haben dabei kein Konzertprojekt im Auge, es geht uns einfach um den Austausch.

Da wir gerade von Konzertprojekten sprechen: Wann kann man Sie die nächsten Male live in Nordeuropa erleben?

Demaria: Am 12. August 2016 geben wir ein Konzert beim Mainzer Musiksommer in Zusammenarbeit mit dem SWR. In der Antoniuskapelle spielen wir das Programm "Estri e Follie" mit Kammermusik von Albinoni, Biber, Corelli, Bach, und Vivaldi. Außerdem kann man bei diesem Konzert auch Musik von Platti hören. Am 23. Oktober 2016 spielen wir in der Baltischen Philharmonie in Danzig eine Auswahl aus Vivaldis "La Stravaganza". Da werden wir dann mit unserer erweiterten Formation zu erleben sein. Dann spielen wir das nächste Konzert am 9. April 2017. Da sind wir im Musikinstrumenten-Museum in Berlin mit dem Konzertprogramm "Estri e Follie" zu Gast, wiederum mit Musik von Platti, Biber, Bach und Vivaldi.

Das Gespräch führte Miquel Cabruja.
(08/2016)

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