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Donnerstag, 23. November 2017

Photo: Dahmane

Harmonia Mundi France feiert seinen 50sten Geburtstag

Unabhängigkeit als Firmencredo


Wie man aus einer idealistischen Idee ein florierendes Musikunternehmen macht, kann man sich aufs Vorzüglichste beim französischen Plattenlabel Harmonia Mundi abschauen. Das weltweit größte unabhängige Klassiklabel, das qualitativ und quantitativ die verbliebenen Major-Labels längst hinter sich gelassen hat, feiert heuer seinen fünfzigsten Geburtstag. Ein guter Grund für klassik.com Redakteur Felix Hilse, gemeinsam mit der Produktionschefin und gebürtigen Düsseldorferin Eva Coutaz ein wenig in Erinnerungen zu schwelgen und die Erfolgsgeschichte des Unternehmens, das als Christlicher Schallplattenclub seine Wiege in Paris hatte, einmal Revue passieren zu lassen.

Arles ist eine Reise wert - zu jeder Jahreszeit. Nicht nur, weil die vielen antiken und römischen Denkmäler und Gebäude der Stadt im Süden Frankreichs seit 1981 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören, oder weil es im römischen Amphitheater regelmäßig Stierkämpfe zu bewundern gibt und man auf dem Place du Forum einen Cafe und einen Pastis genießen kann, um sich wie in einem Gemälde Vincent van Goghs zu fühlen. Die ehemalige Hauptstadt Galliens ist auch die Heimat eines der erfolgreichsten und mittlerweile auch ältesten Labels für Klassische Musik. Wenn man das Zentrum Arles` in westlicher Richtung durchquert, die mächtige Rhône und die schmucken Einfamilienhäuser des Stadtteils Trinquetaille hinter sich lässt, so findet man sich plötzlich zwischen den weiten Reisfeldern der Camargue wieder. Eine Straße führt durch die landwirtschaftliche Nutzfläche, etwas entfernt lässt sich eine baumgesäumte Allee erkennen, an deren Ende ein begrüntes Gehöft liegt. Wie eine Oase inmitten der Felder liegt das Mas de Vert, der Firmensitz von Harmonia Mundi France. Das alte Gutshaus ist die Schalt- und Denkzentrale des Unternehmens, linkerhand ein Swimmingpool für alle Mitarbeiter, der vor allem im trocken-heißen Sommer in den Mittagspausen gut frequentiert wird; rechterhand, im ehemaligen Stall, befindet sich die hauseigene Grafikabteilung. Und hinter den historischen Gebäuden erhebt sich ein mächtiges Lagergebäude eindeutig jüngeren Datums. In dieser malerischen Umgebung arbeiten über 100 Personen: planen CD- Produktionen, entwerfen Cover und Booklets, verpacken Tonträger und beladen riesige Lastwagen.

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Ein halbes Jahrhundert Musikkonserve

Harmonia Mundi France begeht heuer seinen 50sten Geburtstag - ruhig und unaufgeregt, doch nicht ohne Stolz. Dabei gäbe die Erfolgsgeschichte des Unternehmens ausreichend Grund zu hemmungslosem Jubel. Während die Plattenindustrie fast allerorten unter ökonomischem Druck und Absatzeinbußen ächzt, hat man derlei Töne aus dem Mas de Vert nie vernommen. Man wächst und gedeiht auch im einundfünfzigsten Jahr seines Bestehens. Ob Firmengründer Bernard Coutaz dies ahnte, als er Ende der Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts seinen Job als Journalist in Paris quittierte und beschloss, sich selbstständig zu machen? Coutaz genoss zunächst eine umfangreiche Ausbildung im Orden der Salesianer und unterrichtete dort später selbst den Nachwuchs in Französisch, Latein und Philosophie. Seine politisch links gerichtete Orientierung führte jedoch bald zur Entlassung aus dem Orden und den jungen Mann geradewegs in das Verlagswesen der französischen Hauptstadt. Doch die stark hierarchisch organisierten Arbeitsstrukturen ließen in Bernard Coutaz den Wunsch nach größerer Selbstständigkeit, nach Unabhängigkeit wachsen. So gründete er, ganz in Tradition der schon in den Fünfzigerjahren sehr populären Buch-Clubs, den Club Chrétienne du Disque - einen christlichen Schallplatten-Club. Die wachsende Popularität der Stereoschallplatte schien ihm das geeignete Medium für den Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit; es war die richtige Entscheidung, wie der sich schnell einstellende Erfolg zeigen sollte. Zunächst waren die Produktionen noch von einem hohen Textanteil bestimmt, Literarisches wurde thematisch aufbereitet, mit Musik kommentiert auf Vinyl gepresst und an die Abonnenten des Clubs allmonatlich aus der Wohnung seiner Sekretärin verpackt und versandt. Der Zufall wollte es, dass Coutaz schon bald auf Pierre Rochas traf, einen Arzt und passionierten Organologen. Mit ihm gemeinsam realisierte der junge Plattenproduzent eine Reihe von Aufnahmen mit historischen Orgeln, auf denen Musik erklang, die für diese Instrumente oder ihre Verwandten geschrieben wurde. Das Label Harmonia Mundi war geboren, sein Geburtsjahr 1958 ist bis heute im Handelsregister von Paris belegt.

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Raus aufs Land

Sechs Jahre blieb Bernard Coutaz mit seinem jungen Unternehmen und den dazugehörigen vier Angestellten in Paris, bis er sich 1964 entschloss, der Metropole den Rücken zu zukehren. Gemeinsam wagte man den Schritt - auch im Zuge der französischen Dezentralisierungsbewegung - in den fernen Süden und kaufte einen Bauernhof in Saint-Michel de Provence, einem kleinen Dorf mit knapp 300 Einwohnern mitten im Luberon. Hier war man weit genug weg von Paris und nicht zu fern von Marseille. Mit den Aufgaben wuchs auch das Anwesen, allen logistischen Herausforderungen zum Trotz: der nächste Bahnhof war in Avignon 90 Autominuten entfernt, ein LKW musste täglich die Pakete abholen und zum nächsten Versandtort 80 km weit fahren - auf Straßen, die man heute als solche kaum bezeichnen würde. Der Zufall wollte es, dass Coutaz auf einem Konzert in Avignon den Countertenor Alfred Deller hörte und diesen vor lauter Begeisterung ob des Gehörten im Anschluss an das Konzert in seinem Auto zu einem nächtlichen Abendessen in den Luberon entführte. Dort gelang es ihm zu früher Morgenstunde, den Engländer für eine Zusammenarbeit zu begeistern. So wurde Alfred Deller der erste Künstler, der dem Label bis zu seinem Tod eng verbunden blieb und auf verschiedenen Wegen zum Aufbau eines Künstlerstammes beitrug, der bis in die Gegenwart das Profil des Labels bestimmt. Gemeinsam mit Harmonia Mundi veranstaltete er regelmäßig Sommerakademien für Barockmusik. Um mit Deller arbeiten zu können, kamen damals junge Nachwuchssänger wie René Jacobs und Dominique Visse, die beide selbst einmal veritable Karrieren machen sollten. Es war für sie selbstverständlich, auch mit dem Label zusammen zu arbeiten, bei dem Deller sich engagierte. So wuchs das Label schnell zu einer festen Marke für den Bereich der französischen und englischen Musik aus Renaissance und Barock, nahmen das Clementi Consort und das Clemencic Consort für Harmonia Mundi ebenso auf, wie William Christie, das Concerto Vocale, Konrad Junghänel, Jaap ter Linden und Philippe Herreweghe. Und die von Neugier geprägten Klassik-Freunde kauften die Platten mit dem unbekannten Repertoire in großen Mengen; das Geschäft lief gut. Man musste die Firma ausbauen - logistisch und personell.

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Familienerweiterung

So brachte das Jahr 1971 im Leben von Bernard Coutaz, aber auch in der Geschichte seines Unternehmens, eine entscheidende Neuerung. Eine junge Deutsche betritt die Bühne und erhält von Coutaz zunächst einen Arbeitsvertrag und kurze Zeit später einen Heiratsantrag - beiden stimmt die gebürtige Rheinländerin zu. Von nun an gehörte Eva Coutaz zur Harmonia Mundi Familie und wurde schnell zu einer Schlüsselfigur im Unternehmen. In Düsseldorf geboren und aufgewachsen, absolvierte sie zunächst eine Lehre als Buchhändlerin und beschloss nach nur einem Berufsjahr, dass es Zeit für Abenteuer sei. „Ich ging als Au-pair-Mädchen nach Frankreich, genauer gesagt nach Marseille. Das war damals etwas in Mode; viele meiner Freundinnen aus Schulzeiten wollten für einige Zeit ins Ausland. Andere gingen nach England oder Irland, ich wollte jedoch unbedingt einmal in die Provence - nicht Frankreich an sich, sonder die Provence hat mich unheimlich gereizt. Hier bin ich dann hängen geblieben“, berichtet die heutige Produktionsleiterin des Labels. Auf das Jahr in Marseille folgte ein Arbeitsangebot einer großen Buchhandlung in Montpellier, der Schritt in ein permanentes Leben im Süden Frankreichs war gemacht. Doch wie gerät man als Buchhändlerin in die Fänge eines dörflich residierenden Plattenlabels? „Das Leben wird bestimmt von zahllosen Zufällen. Nach verschiedenen Anstellungen in unterschiedlichen Städten arbeitete ich 1971 in einem Kulturzentrum in Aix-en-Provence. Eines Tages kam Bernard Coutaz zu uns, weil er in Aix einige Konzerte mit seinen Künstlern veranstalten wollte. Der Saal seines Interesses wurde durch mich verwaltet. Ich führte ihn durch die Räumlichkeiten und am Ende unserer Tour fragte er mich, ob ich nicht Lust hätte, für sein Label zu arbeiten.“ Als totale Autodidaktin war sie zunächst als persönliche Referentin des berühmten Cembalisten Kenneth Gilbert tätig, musste Konzerte akquirieren und organisieren, die Pressearbeit für das Label übernehmen. Das ging nicht ohne Selbstüberwindung von statten: „Auch wenn es anders scheinen mag, bin ich von Natur aus eine sehr schüchterne Person. Wenn Sie plötzlich so wichtige Aufgaben in einem Gebiet übernehmen sollen, in dem Sie sich eigentlich kaum auskennen, gilt es die eigenen Grenzen auszutesten. Darüber hinaus musste ich in dieses Dörfchen ziehen, weitab von jedem Leben. Ich fühlte mich in Aix sehr wohl.“ Coutaz` musikalisches Know-How bewegte sich auf gehobenem Liebhaberniveau - doch Übung macht Meister; das Organisieren von Konzerten und kleinen Festivals in der Region, der stets enge Kontakt zu den Künstlern und deren Kunst ließen Eva Coutaz schnell zu einer unabdingbaren Stütze der Harmonia Mundi Familie werden. Hat Sie es je als problematisch empfunden, die Gattin des Firmengründers zu sein? „Es ist sicher nicht einfach, zusammen zu leben und zu arbeiten, weil die Arbeit auch immer das Privatleben bestimmt. Innerhalb der Firma gab es jedoch nie Probleme. Hier gilt allein die Qualität der Arbeit“, schließt Coutaz atmosphärische Störungen kategorisch aus.

Unabhängigkeit - um jeden Preis

Der unaufhaltsame Erfolg Harmonia Mundis zeigte bald die logistischen Grenzen des Standorts Saint-Michel auf. Auch die Trennung vom damaligen Vertriebspartner und der Aufbau des Eigenvertriebs (schnell folgte die Gründung erster Vertriebstochterfirmen im Ausland) trugen hierzu entscheidend bei. Expansion wurde nötig. Da kam das eher zufällige Treffen mit dem Bürgermeister der Stadt Arles gerade recht. Arles verfügte über einen Bahnhof, die Flughäfen in Nimes und Marseille waren in unmittelbarer Reichweite. Diese Standortverbesserungen trugen ganz erheblich zum weiteren Wachstum der Firma als Label und Vertrieb bei. Das malerisch gelegene Mas der Vert bietet heute auf über 12.000 Quadratmetern ausreichend Raum für Lager, Büros und Grafikstudio. Was ursprünglich aus der Enge des Standortes Saint-Michel resultierte, gehört auch im heutigen Firmenzentrum zur Unternehmensphilosophie: Produktion aus einer Hand, größtmögliche Unabhängigkeit von Anderen. „Aus unserer Sicht ist ‚Unabhängigkeit‘ nicht nur das Firmencredo, es ist ein absolutes ‚Muss‘, um als Unternehmen nachhaltig bestehen zu können: ökonomisch und künstlerisch“ umreißt Eva Coutaz das Modell Harmonia Mundi. Immer wieder gab es lukrative Übernahmeangebote der Majors des Klassik-Business, denen man im Hause Coutaz stets widerstand - ein Weg, der sich als absolut richtig erwiesen hat. Heute arbeiten über 350 Mitarbeiter weltweit für Harmonia Mundi. Es gibt Tochterlabels in Spanien und den USA, eigene Vertriebsfirmen in Deutschland, England, Belgien und den Niederlanden. Hinzu kommen in Frankreich und Spanien 45 so genannte HM-Boutiquen, Label-eigene Läden, in denen die Harmonia Mundi Produktionen und die ausgewählter Vertriebslabels verkauft werden. Die Gewinne werden nach einem festen Schlüssel weitergereicht: einen Teil erhalten die Mitarbeiter als Gewinnbeteiligung, der Rest wird reinvestiert in unrentable, aber spannende CD Produktionen und logistische Erweiterungen. Gewinnausschüttungen an Gesellschafter und daraus resultierender Renditendruck sind hier unbekannt.

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Zu Hause ist es doch am Schönsten

Längst ist Eva Coutaz eine der hochgeschätzten Kompetenzen im Musikbusiness; die ‚Welt‘ bezeichnete sie jüngst gar als ‚Klassik-Königin‘, was der bescheidenen Produktionschefin sicher etwas unangenehm sein wird. Dabei ist es in entscheidendem Maße ihr Verdienst, dass die Klassiksparte von Harmonie Mundi so glänzend aufgestellt ist. Exklusive Verträge mit Künstlern kennt man hier nicht, und trotzdem hat in den letzten 20 Jahren kein namhafter Solist die Zusammenarbeit mit dem französischen Label eingestellt. Im Gegenteil: Persönlichkeiten wie der Pianist Andreas Staier und die Sänger Andreas Scholl und Matthias Görne sind nach zwischenzeitlichen Ausflügen zu Major-Labels in die Harmonia Mundi Familie zurück gekehrt. Die Schlange derer, die gerne für HM aufnähmen ist lang, der Stapel mit Demo-CDs im Büro von Eva Coutaz turmhoch. Doch sie räumt ein: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich in den großen Mengen von Zusendungen noch nie einen Künstler entdeckt habe, der zu uns gepasst hätte. Viel wichtiger sind für mich die Kontakte zu guten Agenten und unseren eigenen Künstler, die mich immer wieder auf interessante Nachwuchstalente aufmerksam machen.“ Aus der Musikliebhaberin ist in 37 Jahren Berufserfahrung eine absolute Kennerin musikalischer Qualität geworden, deren persönlicher Geschmack am Ende über eine Verpflichtung entscheidet. Künstlerische Flops sucht man im Hause Harmonia Mundi vergeblich. Und wer einmal das Arbeiten mit den Südfranzosen schätzen gelernt hat, wird das Nest kaum freiwillig wieder verlassen wollen. Das Vertrauen in die Fähigkeiten der Hauskünstler ist groß, deren Repertoirewünsche werden ernst genommen. „Niemand wird durch CD-Aufnahmen reich bei uns, gut davon leben können jedoch viele. Doch geht es oft auch gar nicht um das große Geldverdienen. Die gute Produktionsatmosphäre, das entspannte und konzentrierte Umfeld sind bei der künstlerischen Arbeit vielen Musikern enorm wichtig.“ Und genau dafür ist Harmonia Mundi gleichermaßen bekannt und geschätzt. Produktionschefin Coutaz versucht bei allen Aufnahmen zumindest für einen Tag Vorort zu sein, um mit den Künstlern sprechen zu können und einen aktuellen Eindruck von der Arbeit zu erhalten. Oft ist Eva Coutaz den Aufnehmenden auch freundschaftlich verbunden. Bei aller Professionalität und Geschäftigkeit, darf der menschliche Aspekt nicht auf der Strecke bleiben. Das gilt für die Künstler ebenso, wie für den einfachen Lagerarbeiter im Mas de Vert. Da kann es schon mal geschehen, dass die Chefin mit dem Andruck eines neuen Booklets im Lager auftaucht und um eine ehrliche Meinung zum neuen Produkt bittet. Hier werden die Bestellungen für die Händler in aller Welt bearbeitet und von Hand in Kisten verpackt. Auf Nachfrage, ob sich dies mit Maschinen nicht einfacher und günstiger machen ließe, erwidert Coutaz wie selbstverständlich: „Natürlich könnten wir durch den Einsatz von Maschinen langfristig Geld sparen. Doch dann müssten wir 50 Arbeiter entlassen und würden so der Region schaden, die uns immer großartig unterstützt hat. Wir verdienen auch so genug Geld.“

Feiern im Stillen

Wen wundert es also, dass bei soviel sozialer und emotionaler Intelligenz, das Familienunternehmen Harmonia Mundi auch nach einem halben Jahrhundert auf zwei kerngesunden Füßen steht und sich als eine der nachhaltigsten Erfolgsgeschichten der Musikindustrie feiern lassen könnte. Auch nach 50 Jahren kommt Firmengründer und ‚Familienoberhaupt‘ Bernard Coutaz, der in diesem Jahr seinen 85sten Geburtstag beging, jeden Morgen mit dem Auto pünktlich ins Büro und arbeitet an Strategien zur Unternehmensentwicklung. Die Feierlichkeiten zum Firmenjubiläum sind von der gleichen bescheidenen Schlichtheit, die das Label stets ausgezeichnet hat: anstelle prunkvoller Selbstbeweihräucherung hat man zum Jubiläum eine Box mit 30 CDs herausgebracht, die den künstlerischen Werdegang des Labels akustisch dokumentiert. Nach kurzer Zeit war diese Veröffentlichung trotz hoher Auflage vergriffen. In einer Gold Edition werden darüber hinaus wichtige Produktionen von bedeutenden Künstlern der letzten Jahre aus Anlass des Firmenjubiläums neu aufgelegt. Und sicher wird auch die eine oder andere Flasche Champagner mit den Mitarbeitern geleert. Wie groß die Wertschätzung und Sympathie für ihr Label Harmonia Mundi ist, haben einige der Hauskünstler mit ihrem Geschenk zum Fünfzigsten gezeigt. Gemeinsam mit dem Produzenten Martin Sauer haben sie eine Geburtstags-CD für die Mitarbeiter und Freunde des Labels aufgenommen - mit Werken, die ihnen besonders am Herzen lagen, die auf wahrlich rührige Weise ihre Glückwünsche und die Dankbarkeit für dieses ganz besondere Musikunternehmen ausdrücken. Neben Beiträgen von Künstlern wie Andreas Staier, Alexander Melnikov, Paul Lewis, dem Freiburger Barockorchester, Bernarda Fink und Jean-Guihen Queyras findet sich auch ein wahrlich köstlich-selbstironischer Beitrag von René Jacobs, der für diesen Anlass seinen Countertenor noch einmal ausgepackt hat. Die Air sérieux trägt den wunderbaren Titel ‚C’est un malheur d’être sensible‘ - ‚Es ist ein Unglück, sensibel zu sein‘. „Ganz und gar nicht“, möchte man antworten. Manchmal ist Sensibilität Teil eines Geschäftsmodells, das fünfzig Jahre trägt - und darüber hinaus. Bon anniversaire!

Das Gespräch führte Frank Bayer.
(07/2008)

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