Cover vergössern

"Nachdem Sebastian Knauer im letzten Jahr als Mozart-Interpret für Furore sorgte (Wolfram Goertz schwärmte in der „Zeit“: „Eine der schönsten Mozart-Aufnahmen aller Zeiten“), kehrt er nun wieder zu Franz Schubert zurück. Bereits seine erste CD-Einspielung mit späten Klavierwerken wies ihn als feinfühligen Kenner Schubertscher Klangwelten aus: „...Knauer ist ein nachdenklicher Pianist mit einer profunden Anschlagskultur, die ihn genau in den richtigen Momenten die Ausdrucksstärke der Werke Schuberts ausloten läßt...“ (Carsten Dürer in „Piano News“). Mit seiner neuen CD nähert sich Sebastian Knauer dem Komponisten auf ganz überraschende Weise: Zunächst mit der Ersteinspielung der „Sonate oubliée“ D 916B, einer Kombination lange verschollener Einzelsätze aus dem Jahr 1827. Vieles spricht dafür, daß hieraus eine große späte Sonate entstehen sollte, wie die Herausgeber Jörg Demus und Roland Sölder annehmen. Es handelt sich auf jeden Fall um echten Schubert, um beeindruckende Musik, die nun endlich auf CD vorgestellt wird! Dieser „vergessenen Sonate“ vorangestellt sind die hingegen wohlbekannten Impromptus D 935 aus demselben Jahr. Diese umfangreichen Stücke treiben die Möglichkeiten des quasi Improvisatorischen in erstaunliche formale Dimensionen. Wie schon bei den Impromptus D 899 auf seiner vorigen Schubert-CD verbindet Knauer die Illusion des Stegreifspiels mit dem Sinn für das Ganze. Seine klare und kraftvolle, aber nie auftrumpfende Spielweise findet für jedem Moment den richtigen Tonfall. - Schubert für Klavier und Orchester? Leider hat Schubert kein Klavierkonzert hinterlassen, aber womöglich sollte das Klavierquartett Adagio und Rondo concertante D 487 den Weg dorthin ebnen. Sebastian Knauers eigene Bearbeitung für Klavier und Streichorchester macht dies in überzeugender Weise hörbar. Hierbei leitet er vom Klavier aus das renommierte und für außergewöhnliche Konzepte bekannte Ensemble Resonanz. So bekommt der Hörer am Ende einen faszinierenden Eindruck, wie ein Schubertsches Klavierkonzert hätte klingen können. "