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Freitag, 15. November 2019

[Praxis Blockflötenunterricht]

Musikzeitschriften im Portrait: Windkanal

Praxis Blockflötenunterricht

Persönlichkeitsentwicklung durch Musik - Ein Vierjahresprojekt an einer Grundschule

von Knut Lanzke, aus: Windkanal 3/2003

(ungefähr 4 Seiten)

"Klassenmusizieren" - ein Trend, der durch die Ergebnisse der "Bastian-Studie" wirksame Argumentationshilfen erfuhr. Der Grundschullehrer Knut Lanzke berichtet, wie auf dieser Basis an seiner Schule ein Konzept für den Musikunterricht entwickelt wurde.

Manchmal ist es von Vorteil, "fachfremd" an eine Sache heranzugehen. Als ich nach vielen Jahren als Fernsehschaffender wieder in den Schuldienst zurückging, sah ich die Möglichkeit, auch mein Hobby, Musik machen, mit einbringen zu können. Es gibt Zahlen darüber, wie oft Musik an deutschen Grundschulen ausfällt, nicht ausreichend oder "fachfremd" unterrichtet wird. Da Grundschullehrer in ihrer Ausbildung nur zwei Fächer als Schwerpunkt wählen, in der Regel aber außer Religion und Sport alles unterrichten können oder müssen, wird fast jedes Fach auch "fachfremd" unterrichtet. Ich unterrichte "fachfremd".

Ich begann also, in meiner ersten Musikklasse, einem 2. Schuljahr, mit den Kindern zu singen, sie dabei zu begleiten und ihnen richtlinientreu die Grundlagen für ein weiteres Musikverständnis zu vermitteln. Dabei stellte sich heraus, dass einige Schüler bereits Vorerfahrungen mitbrachten, Blockflöte oder Klavier lernten, und meinem Angebot sehr aufgeschlossen folgten. Um mir davon ein genaueres Bild machen zu können, bat ich Schüler immer wieder, vorzuspielen und den Rest der Klasse und mich an ihrem Fortschritt teilhaben zu lassen. So entwickelte sich im Kleinen eine Art Konzertkultur: Die Musiker spielten immer lieber und gewöhnten sich an ein Publikum, während die übrigen das Zuhören lernten, kritisch begutachteten und Fortschritte erkannten und mit Beifall honorierten. Dabei wurde quasi nebenbei das jeweilige Repertoire besprochen.

Gelegentlich war es günstiger, den einen oder anderen der kleinen Solisten zu begleiten, damit der Vortrag etwas voller wirkte. Es zeigte sich aber bald, dass auch Grundschüler sehr wohl in der Lage sind, sich allein zu organisieren und auch außerhalb der Schule gemeinsam zu musizieren. So wurde fast zwangsläufig die Idee vom Klassenorchester, der Klassenband geboren. In dieser Klasse, inzwischen die 3a, gab es nun 5 Klavierschüler, 4 Keyboardanwärter, 4 Blockflöten- und 5 Gitarrenschüler. Die städtische Musikschule war dem Andrang zu dieser Zeit nicht gewachsen, so dass ich eine Keyboardgruppe übernahm. "Die Geister, die ich rief ..."

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