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Mittwoch, 14. November 2018

[George Antheil - Ballet Mécanique (Teil 1)]

Musikzeitschriften im Portrait: Das Mechanische Musikinstrument

George Antheil - Ballet Mécanique (Teil 1)

Ballet pour Instruments Mécaniques et Percussion

von Jürgen Hocker, aus: Das Mechanische Musikinstrument

(ungefähr 6 Seiten)

Selbstspielende Klaviere (Pianolas, Player Pianos)

Bereits im 17. Jahrhundert wurden einfache selbstspielende Tasteninstrumente konstruiert. Einige dieser Kunstwerke sind bis heute erhalten geblieben. So besitzt z.B. das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg ein um 1600 entstandenes selbstspielendes Spinett von Samuel Bidermann. Weite Verbreitung fanden diese Instrumente jedoch erst Anfang des 20. Jahrhunderts. 1904 konstruierte die Freiburger Firma Welte & Söhne einen Aufnahmeapparat, der es ermöglichte, das Klavierspiel eines Pianisten auf Lochstreifen festzuhalten. Dabei wurden nicht nur die Tonhöhe und Tondauer, die Bewegung von Dämpfung und Hammerleiste (Pedale), sondern auch die Dynamik in ihren feinsten Abstufungen aufgezeichnet. Diese gelochten Papierstreifen konnten dann über genial konstruierte Klaviere oder Flügel mit allen rhythmischen und dynamischen Details abgespielt werden. Das Spiel klang so natürlich, dass nach Aussagen von Zeitgenossen der persönliche Stil des Pianisten unverkennbar wiedergegeben wurde. Namhafte Pianisten der Jahrhundertwende, darunter viele Liszt-Schüler, spielten auf Welte-Mignon-Rollen, so z.B. d'Albert, Paderewski, Scharwenka, Busoni, Elly Ney, Backhaus, Gieseking und sogar der junge Horowitz. Komponisten, die eigene Werke einspielten, waren u.a. Debussy, de Falla, Granados, Grieg, Scriabin, Mahler, Saint-Saëns und Richard Strauß. Andere wie Hindemith, Strawinsky, Toch, Lopatnikow, Haass und Antheil schufen in den 20er Jahren Originalkompositionen für mechanische Klaviere, die von Hand unspielbar sind. Selbstverständlich blieb die Entwicklung der Klavierspielapparate nicht beim Welte-Mignon stehen. Durch den großen Erfolg der Firma Welte beflügelt, brachten auch andere Musikwerke-Fabrikanten Reproduktionsklaviere auf den Markt: Hupfeld entwickelte zuerst das DEA-System, später folgte die Triphonola, und Philips schuf das DUCA. In Amerika ließen zwei Fabrikate die Konkurrenz weit hinter sich: das Duo Art der Aeolian Company und das Ampico, das von der American Piano Company entwickelt wurde. Mit der Entwicklung der Schallplatte schwand das Interesse an diesen Instrumenten. Erst durch die grandiosen Kompositionen Nancarrows fanden Selbstspielklaviere wieder zunehmendes Interesse. In den letzten Jahren kamen auch neu entwickelte, über Computer ansteuerbare Selbstspielklaviere der Firmen Yamaha, Bösendorfer und Magic Music auf den Markt.

George Antheil

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