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Freitag, 17. September 2021

[Die Firma Voigt in Frankfurt-Höchst als Nachfolgerin der Firma A. Ruth & Sohn, Waldkirch]

Musikzeitschriften im Portrait: Das Mechanische Musikinstrument

Die Firma Voigt in Frankfurt-Höchst als Nachfolgerin der Firma A. Ruth & Sohn, Waldkirch

von Jan L.M. van Dinteren, aus: Das Mechanische Musikinstrument, August 2002

(ungefähr 4 Seiten)

Am Samstag, den 15. Juni 2002, hielt Jan L. M. van Dinteren anlässlich des Waldkircher Orgelfestes einen Vortrag mit Tonbeispielen auf der Voigt-Orgel, Modell 40, des Besitzers Friedrich Müller aus Winterthur/Schweiz. Herr van Dinteren hat mir gestattet, seinen Vortrag für unser Journal zu übertragen, hierfür sei ihm an dieser Stelle herzlich gedankt.

Siegfried Wendel

Vor etwa 100 Jahren gab es in Waldkirch insgesamt 9 Firmen, die mit dem Bau mechanischer Musikinstrumente beschäftigt waren. Sie machten den Ort weltbekannt.

Die Instrumente, die hergestellt wurden, waren von hoher Qualität und hatten überall einen guten Ruf.

Die führenden Firmen waren die Gebrüder Weber im Orchestrionbau und A. Ruth & Sohn und Gebrüder Bruder im Orgelbau. Bis Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden gute Geschäfte gemacht. Die Orchestrionbauer Gebr. Weber passten sich dem neuen Musikgeschmack, der aus Amerika kam, Jazz und Dixieland, dank der hervorragenden Musikarrangements des hoch begabten Musikzeichners Gustav Bruder mühelos an. Aber es gab natürlich auch andere gute Musikzeichner in Waldkirch, so z.B. Rudolf Weiser bei Ruth und Hermann Rambach bei Gebr. Bruder.

Inzwischen beeinflussten Grammophon und Radio den Orgelbau, doch die Geschäfte gingen weiter. Aber es gab auch schon Schausteller, die anfingen, die Entwicklung abzuwarten. Wenn eine neue Jahrmarktorgel angeschafft werden musste, wurden keine großen Orgeln mit 76 und mehr Tonstufen bestellt. Man kaufte kleinere Instrumente mit 52 Tonstufen (33er Ruth oder Gebr. Bruder Modell 107). Als Musik durch Verstärker und Lautsprecher die Kirmesplätze eroberte, spürten nicht nur die Orgelfabriken in Waldkirch sondern auch in Hannover, Mühlheim-Ruhr-Saarn und Düsseldorf die große Konkurrenz. Es ist eine alte Weisheit, dass Licht und Musik Leute anziehen. Bald übertönte die Lautsprecher-Musik die Orgelmusik, und das neue System konnte viel schneller die neuesten Schlager zu Gehör bringen. Die Orgel hatte eine bedrohliche Konkurrenz. Weil die Orgelbauer hofften, dass das Neue sich nicht bewähren würde, hielten sie an der bewährten Tradition der Jahrmarktorgel fest. Aber hier war der Wunsch der Vater des Gedankens. Eine Orgelbaufirma nach der anderen musste ihre Tore schließen. 1937 kam das Aus für Gebr. Bruder, obwohl Gustav Bruder zweimal Geld investiert hatte, um die Schließung zu verhindern. Leider sind keine Unterlagen erhalten geblieben, die darüber Aufschluss geben könnten, wie das damals abgelaufen ist. Die Firma A. Ruth & Sohn steckte in den gleichen Schwierigkeiten. Doch für sie nahm die Entwicklung eine andere Wende.

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