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Mittwoch, 14. November 2018

[Ein langes Bühnenleben]

Musikzeitschriften im Portrait: Das Orchester

Ein langes Bühnenleben

Gespräch mit der Sängerin Martha Mödl

von Burkhard Laugwitz, aus: Das Orchester 07/2001

(ungefähr 9 Seiten)

Die Sopranistin Martha Mödl, 1912 in Nürnberg geboren, war die erste Kundry und Gutrune in den Bayreuther Nachkriegsfestspielen und zählte zu den großen Brünnhilden der 50er Jahre. Nach nur kurzem Gesangsstudium in ihrer Heimatstadt debütierte sie im Kriegsjahr 1942 am Theater in Remscheid. Gleich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann ihre steile Karriere. Düsseldorf, Hamburg, Wien, Stuttgart, London, Paris, Mailand und New York sind alles bedeutende Opernorte, die den steilen beruflichen Aufstieg dieser Sängerin markieren. Alle großen Dirigenten der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts haben mit Martha Mödl gearbeitet, sie zum Teil auch geprägt, Furtwängler ebenso wie Böhm, Keilberth, Knappertsbusch und Karajan. Sie war eine Ausnahmesängerin und vor allem auch usnahmedarstellerin, die - obwohl sie im Alter von 89 Jahren längst den Zenit ihrer Gesangskarriere überschritten hat - bis vor kurzem auf den Bühnen deutscher Opernhäuser stand.

Das Orchester: Martha Mödl, eine Sängerin, die gewissermaßen auf drei Karrieren zurückblicken kann: auf die der Mezzosopranistin, die der Hochdramatischen und die des Charakterfachs. Ihre Sängerlaufbahn haben Sie in Remscheid begonnen.
Mödl: Ja. Das war im Jahr 1942. Das habe ich einer Mitschülerin am Konservatorium in Nürnberg zu verdanken, einer Sopranistin namens Erna Wölfel. Die hatte ein Engagement in Remscheid bekommen und gesehen, dass man noch eine Mezzosopranistin suchte. So hat sie mich angerufen: "Du musst sofort kommen!" Ich war noch mitten in der Ausbildung, habe mich aber trotzdem sofort in den Zug gesetzt, um zum Vorsingen nach Remscheid zu fahren. Dort habe ich dann eine halbe Eboli-Arie vorsingen müssen, und schon war ich engagiert. Und da saß ich dann voller Glück in Remscheid. Für mich war damals Remscheid die Met. Ich erinnere mich, ich bin dann in ein Café gegangen. Das hatte zur Straße hin eine riesige Glasfensterscheibe. Und da saß ich dann, habe rausgeschaut und gedacht, dass alle die Leute, die draußen vorbeiliefen und in das große Fenster schauten, jetzt wüssten, dass ich engagiert bin. Das war ein Glücksgefühl, wie ich es nie wieder gehabt habe.
Das Orchester: Ihr Debüt war die Azucena im "Troubadour". Aber lange gesungen haben Sie dann nicht in Remscheid.
Mödl:

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