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Mittwoch, 14. November 2018

[Froissements d'ailes für Flöte solo von Michael Lévinas]

Musikzeitschriften im Portrait: Tibia

Froissements d'ailes für Flöte solo von Michael Lévinas

von Christiane Hellmann, aus: Tibia

Christiane Hellmann ist Dozentin für Flöte an der Hochschule der Künste Berlin. Einer ihrer Arbeitsschwerpunkte liegt auf dem Gebiet der Neuen Musik.

Die Aufgabe, ein Werk Neuer Musik für Querflöte vorzustellen, bereitet einem unweigerlich die "Qual der Wahl" - handelt es sich doch bei der Querflöte um eines der von zeitgenössischen Komponisten favorisierten Instrumente.

Das Stück Froissements d'ailes - zu deutsch etwa Flügelflattern - für Flöte allein, ist Teil einer Reihe von Auftragskompositionen mit pädagogischem Charakter, die für die Jahresabschluss-Prüfung der Ecole Nationale de Musique de Boulogne Billancourt bestimmt sind. Diese Kompositionen sollen Schülern und Studenten der Instrumentalklassen praktische Kenntnisse über die Neue Musik in ihren verschiedenen Aspekten vermitteln, dabei aber keine größeren technischen Schwierigkeiten beinhalten. Tatsächlich lässt sich Froissements d'ailes ohne großen Übeaufwand einstudieren.

Wissenswertes über den Komponisten: Michaël Lévinas (geb. 1949) studierte Klavier und Komposition (in der Klasse von Olivier Messiaen) am Pariser Conservatoire Nationale, wo er heute als Professor für Analyse wirkt. Er arbeitet international als Konzertpianist und ist Mitbegründer, jetzt Präsident des Ensembles für Neue Musik L'Itineraire.

Froissements d'ailes beginnt mit sehr schnellen, auf einem Ton zu repetierenden Zungenstößen, die mit der Spielanweisung "mezzopiano et très sec" (mp und sehr trocken) versehen sind. Wer einmal probiert, sehr schnelle Doppelzungen-Staccati auf einem Ton, fast ohne Klang, aber mit hohem Blasdruck zu spielen, kann feststellen: Das dabei entstehende Geräusch kommt dem Geräusch eines schnellen Flügel-Geflatters erstaunlich nahe. Es folgen drei durch Achtelpausen mit Fermaten getrennte, abwärtsgerichtete Halbton-Glissandi. Die Pausen-Notierungen bezeichnen hier keine exakten Zeitwerte, sondern Gesten eines unbestimmten Innehaltens.

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