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Freitag, 24. März 2017

[Interview mit Gustav Leonhardt]

Musikzeitschriften im Portrait: organ

Interview mit Gustav Leonhardt

Pionier des "historischen" Bachspiels

von Christian Ekowski, aus: organ 4/2000

(ungefähr 6 Seiten)

organ sprach mit dem Altmeister historisch-barocker Aufführungspraxis in Amsterdam
Christian Ekowski im Gespräch mit: Gustav Leonhardt

Gustav Leonhardt, Jahrgang 1928, absolvierte in den Niederlanden zunächst eine "klassische" kirchenmusikalische Berufsausbildung als Organist und Chorleiter. Anschließend studierte er (1947-50) Orgel und Cembalo in der Klasse von Eduard Müller an der Schola Cantorum in Basel und debutierte 1950 mit großem Erfolg mit Bachs Kunst der Fuge in Wien. Dort wirkte er von 1952-54 als Professor für Cembalo an der Musikakademie und in gleicher Funktion - nach seinem Konzertdebut 1953 in Amsterdam - seit 1954 am dortigen Sweelinck-Konservatorium; hier ist er zudem bis heute an der Waalse Kerk als Organist der berühmten Christian-Müller-Orgel von 1733 tätig. Von 1969-70 lehrte er als "Visiting professor" an der Havard University in den USA. Sein sehr umfangreiches Repertoire als Cembalist und Organist reicht vom frühen 16. bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert. Leonhardt trat in der Vergangenheit mit beachtlichem internationalen Erfolg als Dirigent in Erscheinung, sowohl im kammermusikalischen wie im vokalen Bereich - einschließlich der barocken Oper (Bach, Monteverdi, Rameau). Weiterhin edierte er Tastenmusik (Fantasien und Toccaten) Jan Pieterszoon Sweelincks innerhalb der Kritischen Gesamtausgabe.

Der heute 72-jährige Cembalist, Organist und Dirigent zählt in Sachen "alte Musik" nach wie vor zu den gefragtesten Musikern seiner niederländischen Heimat. Dem internationalen Konzertpublikum gilt er nicht weniger als der musikalischen Fachwelt als maßgeblicher Initiator und wegweisender Protagonist einer konsequent an historisch-kritischen Maßstäben geschulten musikalischen Aufführungspraxis. Zweifellos kommt Leonhardt damit als einer vielfach vorbildhaft wirkenden Musikerpersönlichkeit schon heute ein erster Rang unter den großen Instrumentalisten unserer Zeit zu; neben der unvergessenen Wanda Landowska gilt er wohl als der profilierteste Cembalist des 20. Jahrhunderts.

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