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Freitag, 17. September 2021

[Flötenwerke im Wettbewerb auf der Gewerbeausstellung 1884 in St. Georgen]

Musikzeitschriften im Portrait: Das Mechanische Musikinstrument

Flötenwerke im Wettbewerb auf der Gewerbeausstellung 1884 in St. Georgen

von Helmut Kahlert, aus: Das Mechanische Musikinstrument

(ungefähr 3 Seiten)

Einen frühen Versuch, das Schwarzwälder Uhrengewerbe zu regulieren und zunftähnlich zu gliedern, unternahm 1814 der Triberger Obervogt Huber zusammen mit dem Neustädter Kaplan Zierholz. Doch ihre "Uhren Commerz-Constitution" scheiterte, die Schwarzwälder Uhrmacherei blieb freies Gewerbe. Meister durfte sich jeder nennen, der selbständig Uhren oder Bauteile für Uhren gefertigt hat. Interessant ist, daß die beiden Autoren an die Ausbildung zum Spieluhrenbauer besondere Anforderungen gestellt haben. Vorgesehen waren 5 Jahre Lehrzeit und als Meisterstück "eine Einregisteruhr mit Pfeifen und eine mit Hackbrett, jede mit 8 [Musik]Stücklein".

Sieben Jahrzehnte später - 1884 - hatten die Schwarzwälder "Musikwerkbauer" offenbar Grund, über den Niedergang ihrer Geschäfte zu klagen, "da die Abnehmer in der letzten Zeit immer mehr in den niederen Gesellschaftsklassen zu suchen waren, welcher Umstand das Fabrikat und die Preise zum Unmöglichen herunterdrückte." Es wurde festgestellt, "daß die Verbesserung der Flötenwerke für Herrschaften und vornehme Häuser wesentlich zur Hebung der Branche beitragen dürfte, wenn sowohl die Musik als auch die äußere Ausstattung den heutigen Verhältnissen angepaßt würden."


Ausschnitt aus den Statuten des Verbandes der Musik-
werkfabrikanten vom 10. Februar 1884. Generallandesarchiv.

Am 10. Februar 1884 wurde in Vöhrenbach ein Statut des Verbandes der Musikwerkfabrikanten des Schwarzwaldes beschlossen.

"§ 1 Zweck des Verbandes ist, die Musikwerkfabrikation des Schwarzwaldes durch geeignete Mittel zu heben und weiter auszubilden.
§ 2 Mitglied des Verbandes kann jeder selbständige Musikwerkfabrikant des Schwarzwaldes werden, welcher im Stande ist, eine geordnete Lehrzeit nachzuweisen. Inwieweit auch andere Personen dem Verbande angehören können, entscheidet auf Anmeldung der Ausschuß ..."

Zum Obmann wurde der Architekt Robert Bichweiler gewählt, der in Furtwangen die Filiale der "Gewerbehalle" geleitet hat, eine Kleinbehörde zur Förderung der Schwarzwälder Wirtschaft. Mitglieder waren außerdem der Direktor der Furtwanger Uhrmacherschule, Ingenieur Franz Anton Hubbuch, und Musiklehrer Fendrich aus Vöhrenbach. Hinzu kamen 15 "Orchestrionfabrikanten" (1885):

[weiter...]

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