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Donnerstag, 20. September 2018

[Klimaanlagen-Einbau nachträglich]

Musikzeitschriften im Portrait: PIANOnews

Klimaanlagen-Einbau nachträglich

oder: Was kann ich für den Erhalt meines Klaviers tun?

Bemerkenswert ist folgendes Phänomen: Für gewisse Konsumartikel wie ein Auto, einen Teppichboden in der Wohnung, Kleidungsstücke und viele andere Dinge des täglichen Lebens werden im Vergleich zum Anschaffungspreis über einen langen Zeitraum immense Anstrengungen unternommen, um sie vor der unaufhaltsamen Alterung und Abnutzung zu schützen. Wenn es jedoch um ein Klavier oder einen Flügel geht, denken die meisten Besitzer, daß eine Stimmung pro Jahr ausreicht, um dieses recht teure Instrument ein Leben lang auf dem Niveau zu halten, wie man es gekauft hat. Wenn dann allerdings Reparaturen anstehen, meinen viele der Besitzer, das Fabrikat oder der Klavierstimmer hätte nicht das gehalten, was versprochen worden sei.
Doch man kann mehr tun für ein Klavier oder Flügel, der in einem den wechselnden Heizperioden ausgesetzten Raum steht und immer wieder gespielt, als benutzt wird - wie beispielsweise ein Auto.

Eines der Dinge, die man für ein Klavier gutes tun kann, heißt Dampp Chaser und kommt aus den USA. Dabei handelt es sich um ein Klimakontrollsystem, das die Regelung der Luftfeuchtigkeit sowie die Temperatur innerhalb des Instruments regelt.
Ebenso wie man sich in einem Auto oder in Büroräumen über die Luftregelung mit einer Klimaanlage hilft, sollte man auch dem Klavier dieses Privileg zukommen lassen. Denn immerhin besteht ein Klavier zum größten Teil aus Holz. Und jeder weiß, wie sich Holz bei unterschiedlichem Feuchtigkeitsgehalt der Luft verhält: In den Zargen klemmende Türen, wackelnde Holzstühle, deren Leimverbindungen sich lösen oder aber beständig nachzustimmende Streichinstumente, die aus ihren Kästen in eine bestimmte Umgebungsfeuchte kommen, sind nur einige Beispiele dafür, wie Holz auf Feuchtigkeit reagiert. Bei zuviel Feuchtigkeit mit Aufquellen, bei Feuchtigkeitsverlust durch Austrocknung und damit zu Sprödität und Rissen. Bei einem Klavier können die Auswirkungen ein gerissener Resonanzboden, klemmende Tasten, ein schwergängige oder aber klemmende Mechanik sein. Eine der häufigsten Auswirkungen, die sich selbst dem klavierbautechnischen Laien sofort erschließt, ist die schlechte Stimmhaltung. Schon wenn es zu leichten Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen kommt, verändert sich die Stimmung eines Klaviers. Die graphischen Abbildungen zeigen zwei Auswirkungsbeispiele für Feuchtigkeit bzw. Austrocknung von Holz im Klavier. Ist in Beispiel 1 der Resonanzboden mit einem darüber laufenden Steg, über den wiederum die Saiten gespannt sind, vereinfacht dargestellt, so zeigt sich in Beispiel 2 ein wesentlich schlimmerer, da langwieriger und erst viel zu spät zu erkennender Prozeß: Die permanente Ausdehnung und das Zusammenziehen des Holzes im Stimmstock, dem Bauteil also, in den die Stimmwirbel eingedreht werden. Wenn es ganz schlimm kommt, können auch verrostete Stimmwirbel oder etwa verrostete Saiten eine Auswirkung sein.
Auch derjenige, der nun denkt, daß er dieses Problem in unseren Breitengraden im Griff hätte, täuscht sich sicherlich. Allein die vielen in deutschen Wohnzimmern installierten Humidity-Meter, also Luftfeuchtigkeits-Meß-Stationen, belehren uns bei einer genaueren Beobachtung eines besseren.

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