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Donnerstag, 18. August 2022

[Akkordeon Total]

Musikzeitschriften im Portrait: Intermusik

Akkordeon Total

"Die Insel" feiert das Akkordeon - Frühjahrsfestival in GB

von Massimo Ricci, aus: Intermusik

Blackpool, 50 km nördlich der berühmten Beatles-Stadt Liverpool - seit acht Jahren steht dieser Name auf "Der Insel" für das Frühjahrs-Festivalereignis für Akkordeonisten in Großbritannien. Vom 19. bis 22. März fand es in diesem Jahr traditionsgemäß in "Pontin's Holiday Centre" statt, einem der typischen Wohn-, Erlebnis- und Freizeitparks, die der Engländer gerne für seinen Urlaub im eigenen Lande aufsucht, um in einem "geschlossenen" Camp als einer Enklave abzuschalten und auszuspannen. So erging es auch den aus dem ganzen Land angereisten Akkordeonisten. Sie tauchten ganz-tägig und bisweilen ganz-nächtig in das Harmonikaspektakel ein und genossen es in vollen Zügen. Daß mit den unmittelbar angrenzenden Sanddünen des berühmten Badeortes und dem Strand von Englands Westküste sich den Besuchern auch eine herrliche Landschaft offerrierte, abgesehen von einem mild-sonnigem Klima, berührte die meisten Akkordeonisten weniger. Man war ja schließlich nicht deshalb hergekommen. Was allerdings jedem bestens auffiel, war, daß das Holiday Centre aufwendig renoviert und von den Räumlichkeiten auf das feinste ausgestattet worden war. Das ließ es sich (er-)leben.

Während das eigene musikalische Aktionspotential der angereisten Musikbegeisterten eher mäßig bis durchschnittlich war, so wußte man dennoch die Qualität der erstklassigen geladenen Künstler zu schätzen. Und da wurde einiges geboten. Allen voran waren es die beiden internationalen Topstars Peter Soave, der vielseitige Konzertvirtuose aus dem amerikanischen Detroit und der überragende Unterhaltungskünstler Jean-Louis Noton aus Südfrankreich (INTERMUSIK berichtete mehrfach). Beide boten neben abendlichen Konzerten auch Meisterkurse und beeindruckten das Publikum nachhaltig.

Allerdings hatten auch die Engländer aus ihren eigenen Reihen einiges an bermerkenswerten Künstlern zu bieten: Harry Hussey ein begnadeter Jazz-Akkordeonist, der nach getaner Seminararbeit am Tage es sich nicht nehmen ließ, mit einigen Musikern allabendlich den Gästen in Queen Victoria Pub Jazz und Unterhaltung vom besten darzubieten. Die feinsinnige und gemütlich warme Stimmung die dabei aufkam, läßt sich wohl nirgendwo so erleben wie in einem echten englischen Pub mit diesen musikalisch endlos reichen farblich ständig variierenden Jazzmusikern. Ferner waren es Johnny-Lee Leslie, Andy Anderson, John Kirkpatrick, Gordon Glenn, Janusc Zukowski, Craig Bradley, Roy Hendrie, um nur einige zu nennen, die dem Publikum eine Menge Spaß bereiteten und ein beachtliches Können vorzeigten. Quer durch das ganze Camp zog sich das musikalische Treiben von früh bis spät in die Nacht, unterbrochen nur von den Essenszeiten in der Kantine, die den Gästen ein für englische Verhältnisse exzellente Verpflegung offerierte. Konzerte, Instrumentenvorstellung, Workshop, Seminare, Meisterkurse, Stage-Play, Improvisation ... für jeden Geschmack und für jedes Alter war etwas dabei. Während man tagsüber mehr lernbeflissen engagiert die verschiedenen Angebot wahrnahm ging es abends rund: Schottische Jungen tanzten im Kilt den Schotten-Rock, Alt und Jung griff sich beim Square-Dance in die Arme ... Stimmung ohne Ende. Selbst Englands berühmt-berüchtigte gastronomische Sperrstunde (landesweit gibt es in den Pubs um 23.00 Uhr das letzte Bier) war in diesem Camp außer Kraft gesetzt.

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