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Montag, 8. August 2022

[Der Cellist Mstislaw Rostropowitsch und das Akkordeon – eine Annäherung ]

Musikzeitschriften im Portrait: Intermusik

Der Cellist Mstislaw Rostropowitsch und das Akkordeon – eine Annäherung

Rostropowitsch und das Akkordeon – eine Annäherung

von Dr. Thomas Eickhoff , aus: Intermusik 2/2008

(ungefähr 3 Seiten)

Mit dem Tod des Cellisten Mstislaw Rostropowitsch am 27. April 2007, genau einen Monat nach Vollendung seines 80. Lebensjahres, wurde der Musikwelt eine kaum zu überschätzende Künstler-Persönlichkeit sowie ein ethischer Garant von weltweiter Ausstrahlung entrissen, dem zweifelsohne der wohl unstrittige Rang eines Jahrhundertmusikers gebührt, wenn nicht sogar mehr; neben Pablo Casals gilt Rostropowitsch als einer der bedeutendsten Cellisten aller Zeiten.

Am 27. März 1927 in eher ärmliche Verhältnisse einer Musikerfamilie in Baku (UdSSR, Aserbaidschan) hineingeboren, entwickelte sich Rostropowitschs Bedeutung für die Musik aus einer untrennbaren Verbindung von höchstrangigem Künstlertum und moralischer Verpflichtung, die den musikalischen Weltbürger zumal in Zeiten des „Kalten Krieges“, als humanitäres Leitbild diesseits und jenseits des „eisernen Vorhangs“ erscheinen ließ. Unbeirrt trat er im Zenit seines internationalen Ruhms 1971 für den in der Sowjetunion verfemten Schriftsteller Alexander Solschenizyn ein und zog damit anhaltende Schikanen der sowjetischen Kulturbürokratie auf sich, die 1978 schließlich zu Rostropowitschs Ausbürgerung und zu seiner Übersiedlung in den Westen führten. Umso mehr wurde Rostropowitsch nun als eine Integrationsfigur von Ost und West angesehen, deren Karriere nicht nur als Cellist, sondern auch als Dirigent ihren höchst erfolgreichen Lauf nahm und weltweit kulturpolitische Wellen schlug. Ohnehin galt der Cellist spätestens seit den fünfziger Jahren als Ikone seines Instruments, da die renommiertesten Komponisten ihm Werke sozusagen „auf den Leib“ schrieben und Rostropowitsch als der wohl führende Widmungsträger unter den Cellisten anzusehen ist: Neben legendären Größen wie Dmitri Schostakowitsch und Sergej Prokofjew schrieben fast alle bedeutenden zeitgenössischen Komponisten, u.a. Benjamin Britten, Witold Lutoslawski, Henri Dutilleux, Pierre Boulez, Alfred Schnittke und Leonard Bernstein, eine geschätzte Zahl von etwa 120 Werken für Rostropowitsch; neueren journalistischen Recherchen zufolge sollen es sogar 240 gewesen sein.

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