> > > > Leseprobe
Freitag, 17. September 2021

[Poppers Ohio in Siegfrieds Mechanischem Musikkabinett in Rüdesheim am Rhein]

Musikzeitschriften im Portrait: Das Mechanische Musikinstrument

Poppers Ohio in Siegfrieds Mechanischem Musikkabinett in Rüdesheim am Rhein

Das Poppers Ohio, wieder komplett in seiner alten Pracht

von Jens Wendel, aus: Das Mechanische Musikinstrument Nr.100

(ungefähr 3 Seiten)

Einige der Mitglieder unseres Vereines, die an Sammlerbörsen vor 1997 teilgenommen haben, werden sich an das Poppers Ohio erinnern, das lange Zeit den Platz einnahm, welcher jetzt vom Weber Maesto ausgefüllt wird.

Von 1978 bis 1996 war der auf dem Ohio gespielte Kuckuckswalzer das erste Musikstück während der Führungen mit unseren in- und ausländischen Gästen. Siegfried Wendel, der Seniorchef und inzwischen die sprichwörtliche „graue Eminenz“ unseres Museums, hat das Ohio 1975 von dem Schalck-Golodkowski geleiteten staatlichen Kunsthandel der damaligen DDR erworben. Ursprünglich stammte es wohl aus der Gegend um Erfurt, wohin es etwa 1927 ausgeliefert wurde, wie aus Stempeln eines Erfurter Musikhauses hervorgeht, die sich auf einem Großteil der mitgelieferten Notenrollen befinden. Wie es dann seinen Weg in den staatlichen Kunsthandel fand, ist nicht mehr feststellbar.

Auf jeden Fall kam es im Frühjahr 1976, kurz vor der Wiedereröffnung des Museums nach dem dritten Umzug, im Brömserhof in Rüdesheim an. Leider fehlten die Seitenschränke und auch das „Flex-a-ton“, nur die Einrichtung für die Tonsteuerung war noch vorhanden und einige Schraubenlöcher und Rohrdurchführungen auf dem Dach zeugten noch von seiner vormaligen Existenz. Auch der Kopf des Instrumentes sowie das Original-Becken waren im Laufe der Zeit verloren gegangen.

Dennoch befand sich das Instrument in einem erstaunlich „kompletten“ und unangetasteten Zustand, so dass es nach einer „Renovierung“ im Spätsommer 1978 seinen „Dienst“ wieder antreten konnte. In den folgenden 18 Jahren errang das „Ohio“ unter Orchestrionliebhabern den Ruf, den es auch selbst spielte, den des „Kuckucks“.

Im Winter 1996/1997 kam es dann im Museum durch Frost genau über dem Ohio zu einem Wasserrohrbruch. Das bei unseren Besuchern populäre Orchestrion wurde eine ganze Nacht lang „geduscht“. Zusätzlich bekam das Instrument auch noch den Lehmputz der Decke ab, die fast komplett herunter brach. Da wir im Museum das erste Instrument immer „geöffnet“ zeigen, fanden das Wasser, der Lehm und der Strohschlamm ihren Weg nahezu überall hin. Das Ergebnis war, wie nicht anders zu erwarten, ein Totalschaden. Dennoch haben auch solche „Katastrophen“ immer noch ihre guten Seiten. In diesem Fall wurde der betroffene Raum komplett renoviert und erhielt einen „neuen“ alten Sandstein-Fußboden, wie er später nach und nach auch im Rest des Erdgeschosses verlegt wurde.

[weiter...]

RHPP70

Anzeige

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (9/2021) herunterladen (3400 KByte) Class aktuell (3/2021) herunterladen (7642 KByte)

Anzeige

Jetzt im klassik.com Radio

Henri Bertini: Grand Trio op.43 in A major - Allegro

CD kaufen


Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links