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Montag, 8. August 2022

[Prägnante Veränderungen am HOHNER-Konservatorium Trossingen]

Musikzeitschriften im Portrait: Intermusik

Prägnante Veränderungen am HOHNER-Konservatorium Trossingen

Mit Konservatoriums-Leiter Erik Hörenberg auf Reform-Kurs

(ungefähr 4 Seiten)

Wann und unter welchen spezifischen Bedingungen kann man eine Stadt eigentlich als „Musikstadt“ bezeichnen? Daß Trossingen unter Akkordeonisten den Ruf hat, in gewisser Weise als „Musikstadt“ zu figurieren, dürfte natürlich nicht zuletzt auf den zeitweilig markanten Einfluß der Firma HOHNER zurückzuführen sein, prägte die Harmonika- Produktionsfirma seit ihrer Gründung im 19. Jahrhundert nicht nur die einheimische Wirtschaft, sondern initiierte insbesondere in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auch aus absatzträchtiger Perspektive musikkulturelle Aktivitäten um die selbstproduzierten Instrumente, indem Komponisten für Harmonika- Instrumente gewonnen wurden, zur Verbreitung des Akkordeonspiels in Orchestern und deren Organisation der „Deutsche Harmonika Verband“ gegründet wurde und in den 30er Jahren schließlich auch ein geradezu einmaliges Ausbildungs- Institut für Harmonika-Instrumente namens „Hohner-Handharmonika-Fachschule“ entstand, welches später in „Städtische Musikschule Trossingen“ umbenannt wurde und letztlich den bis zum heutigen Tage währenden Namen „Hohner- Konservatorium“ erhielt.

So war Trossingen eigentlich eher eine „Harmonikastadt“, die jedoch zur „Musikstadt“ mutierte, indem sich weitere, nicht ausschließlich harmonikaspezifische musikalische Bildungsstätten ansiedelten und das Städtchen auf diesem Wege – im Verhältnis zu seiner Größe – zu einem relativ bedeutsamen musikalischen Bildungsstandort heranwachsen sollte; mit einer „Bundesakademie für musikalische Jugendbildung“ als Fortbildungsstätte, einer „Städtischen Musikschule“ für musikalische Laienausbildung, der „Staatlichen Hochschule für Musik“ und jenem „Hohner-Konservatorium“ scheint die Bezeichnung „Musikstadt“ also gerechtfertig zu sein, zumal das „Dr.-Ernst-Hohner- Konzerthaus“ als musikalisch-kultureller Veranstaltungsort ebenso in die Werteskala einbezogen werden müßte ...

Hinsichtlich der musikalischen Ausbildungsmöglichkeit auf dem Instrument Akkordeon rücken als berufsbildende Institute insbesondere die Musikhochschule und das Hohner-Konservatorium in den Blick; während im Studiengang Akkordeon an der Musikhochschule stärker der künstlerische Aspekt hinsichtlich einer etwaigen Laufbahn als Konzertakkordeonist vertreten wird, sind die Ausbildungsgänge am Hohner-Konservatorium nach Angaben seines Leiters Erik Hörenberg durch eine größere Praxisnähe gekennzeichnet, so daß gegenüber der Hochschulausbildung der pädagogische Faktor des „Lehrens“ in den Vordergrund tritt, das Konservatorium allerdings keinen „Hochschulabschluß“ bietet, sondern aus seinem Status als sogenanntes „Berufskolleg“ heraus den Absolventen ausschließlich einen „staatlich anerkannten“ Abschluß mit auf ihren Weg als „Akkordeonlehrer“ geben kann.

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