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Montag, 8. August 2022

[50 Jahre GWK – mit Kompositionen von Leos Janacek und Stefan Heucke]

Musikzeitschriften im Portrait: Intermusik

50 Jahre GWK – mit Kompositionen von Leos Janacek und Stefan Heucke

Grandiose Uraufführung von Werken für Akkordeon und Klavier in Münster

von Dr. Thomas Eickhoff, aus: Intermusik 12/2007

(ungefähr 4 Seiten)

Wer am 13. November im erlauchten Ambiente des Erbdrostenhofs zu Münster in Westfalen die Gelegenheit hatte, einem Konzert mit Werken von Leos Janacek und Stefan Heucke, der gerade erst mit dem renommierten Hans-Werner-Henze-Preis ausgezeichnet wurde, beizuwohnen und dabei dem Pianisten Tobias Bredohl im Duo mit dem Akkordeonisten Marko Kassl lauschen konnte, wird möglicherweise im Anschluß mit dem Gefühl innerer Zufriedenheit gedacht haben: Welch’ glückliche Fügung!

Um Komponisten zum Schreiben neuer Werke anzuregen, bedarf es halt der Initiative jener aktiven wie neugierigen Interpreten, denen die klangliche Auslotung und Entwicklung ihrer eigenen instrumentalmusikalischen Ausdrucks- Spektren ebenso am Herzen liegt wie möglicherweise das Bedürfnis, den Verständnishorizont des Publikums für neue zeitgenössische Musik mit dem nötigen Fingerspitzengefühl zu erweitern. Die künstlerische Vitalität, Feinsinnigkeit und das Engagement der jungen Interpreten als Impulsgeber waren somit nicht nur in der konzertanten Darbietung des Abends spürbar, sondern nicht zuletzt auch in dessen Vorgeschichte, nämlich in der Begegnung sowie im Verbund mit dem Komponisten Stefan Heucke, der den Konzertabend auf nicht alltägliche Weise kompositorisch „kreiert“ bzw. arrangiert hatte. Daß zeitgenössische Musik in der Regel eher traditionellen Werken bei Konzerten folgt ist ebenso wenig neu wie ihre – in der Werkfolge – mitunter stark kontrastierende, wenn nicht sogar – teils beabsichtigt – verstörende Wirkung gegenüber dem Traditionellen.

Der 1959 im württembergischen Gaildorf geborene, bereits seit Jahren aber in Bochum lebende Stefan Heucke beschritt jedoch an jenem Abend einen anderen Weg, in dem er der Uraufführung seines Werks „Heimat“ für Akkordeon und Klavier eine für dieselbe Besetzung bearbeitete Fassung von Leos Janaceks Zyklus „Auf verwachsenem Pfade“ voranstellte! Exakt an diesem Punkt setzt die ursprüngliche Idee an, die Tobias Bredohl und Marko Kassl dem Komponisten Heucke zugetragen hatten: Nicht ein bloßes Nebeneinander von Janaceks innovativem Zyklus und der Neukomposition zu präsentieren, sondern Heuckes, im Untertitel als „sieben Skizzen und ein Epilog“ bezeichnetes Werk als weiterführende, durchaus persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema „Heimat“ zu begreifen – so wie der Komponist selbst in dem einführenden Werkstattgespräch mit Dr. Susanne Schulte (Geschäftsführerin der GWK) erläuterte: „Die Konzeption des Stückes entwickelte sich unmittelbar aus der Beschäftigung mit Leos Janaceks Klavierzyklus ‚Auf verwachsenem Pfade’, den das Duo Kassl/Bredohl in einer von mir arrangierten Fassung für Akkordeon und Klavier spielt. Die Idee, das Thema ‚Heimat‘ musikalisch zu behandeln, beschäftigt mich schon sehr lange, und die Verbindung zu dem Janacek-Zyklus brachte nun die endgültige Gestaltung des Themas fast zwingend mit sich, spürt doch auch Janacek den ‚verwachsenen Pfaden‘ von Kindheit, Jugend und Heimat nach.“

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