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Donnerstag, 18. August 2022

[Lasse Pihlajamaa (1916 – 2007)]

Musikzeitschriften im Portrait: Intermusik

Lasse Pihlajamaa (1916 – 2007)

Zum Tode des großen finnischen Akkordeonisten

Am 14. November starb in Helsinki im Alter von 91 Jahren ein Mann, der nicht nur innerhalb der Musikszene Finnlands zu den bedeutendsten und einflussreichsten Persönlichkeiten zählte: Lasse Pihlajamaa. Durch seinen Tod verliert die Akkordeonwelt eine koryphäenhafte Gestalt von kaum zu überschätzender Bedeutung, verdankt sie Pihlajamaa in jedwedem Bereich – ob Handel, Erziehung und Hochschulausbildung, Instrumentenbau, Wettbewerb usw. – mehr als jedem anderen. Sein Bekanntsheitsgrad ist als geradezu volksläufig zu bezeichnen, kennt ihn oder seinen Namen in Finnland nicht nur fast jedes Kind, sondern die gesamte Branche des Musikalienhandels bishin zu höchstrangigen Politikerkreisen einschließlich der Staatspräsidentin.

Praktisch alles, was in Finnland unter den Akkordeonisten Rang und Namen hat und international zu Erfolg gekommen ist – so wurde bereits über ihn geschrieben – ist in irgendeiner Weise mit Pihlajamaa verbunden.

Fast dürfte es daher unmöglich erscheinen, die Vielfältigkeit im Schaffen von Pihlajamaa in Gänze zu erfassen, scheint sein Aktionsradius in der Akkordeonwelt so unendlich weitgefaß zu sein, daß sich trotz seines hohen Alters die Frage stellen mag, wie ein Menschenleben ausreichen konnte, um derlei mannigfaltige Aktivitäten, Entwicklungen und Initiativen anzuregen und diese auch tatkräftig und effektiv umzusetzen.

Umso erstaunlicher, daß der am 1. August 1916 in einem kleinen finnischen Dorf namens Jämijärvi geborene Pihlajamaa ganz und gar autodidaktisch geprägt war, sei es als Akkordeonist oder als Komponist. Der musikalisch-künstlerische Bogen von den eher bescheidenen Anfängen als Straßenmusiker und als soldatisches Mitglied in den Unterhaltungs-Korps der finnischen Armee während des Zweiten Weltkrieges über die Leitung renommierter Bands in den 40er/50er Jahren bis hin zur Ausbildung finnischer Weltklasse-Akkordeonisten (wie Matti Rantanen, Kimmo Mattila und vielen anderen) ist von immenser Spannweite; das künstlerische, musikwirtschaftlich-politische und pädagogische Tun fand in Pihlajamaa einen sich gegenseitig befruchtenden Ausgleich von charismatischer und damit prägender Wirkung auf die finnischer Musikkultur, so daß die konkreten Ergebnisse seines Engagements sich als beständig tragende Säulen der Akkordeonkultur manifestieren konnten.

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