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Donnerstag, 18. August 2022

[Wladislaw Solotarjow: Leben und Werk]

Musikzeitschriften im Portrait: Intermusik

Wladislaw Solotarjow: Leben und Werk

Internationale Tagung in Hannover - Nachbetrachtungen von Inna Klause

von Inna Klause, aus: Intermusik 11/2007
Am 13. September 2007 wäre der russische Komponist Wladislaw Solotarjow 65 Jahre alt geworden. Dies hatte mich im vergangenen Januar zu der Vision inspiriert, eine internationale Tagung mit Vorträgen zum Leben und Werk des Komponisten, ergänzt durch Konzerte, in denen auch einige seiner unbekannten Werke erklingen sollten, zu veranstalten.

In den Jahren 2004 und 2005 hatte ich mich anlässlich meiner Magisterarbeit bereits intensiv mit dem Komponisten beschäftigt, nachdem ich schon seit langem seine Werke für Akkordeon spielte. Mehrere Reisen führten mich nach Moskau und Magadan in Fernost. Ich suchte das Gespräch mit Menschen, die den Komponisten kannten, und interessierte mich besonders auch für seine unbekannteren Werke für andere Instrumente. Ende 2005, im 30. Todesjahr des Komponisten, erschien mein Buch „Das Leben des Komponisten Vladislav Andreevic Zolotarev“. Kurz darauf war der Artikel für das Lexikon „Komponisten der Gegenwart“ über sein bislang bekanntes Schaffen vollendet, der demnächst erscheinen wird.

Damit war für mich das Thema Solotarjow abgeschlossen, auch wenn ich mich nur schweren Herzens von ihm trennte. Die Schwierigkeiten, an seine Handschriften zu kommen, die in aller Welt verstreut in Privatbesitz sind, hielten mich davon ab, mich weiterhin mit diesem Komponisten zu beschäftigen, auch wenn meine Liebe seiner Musik unvermindert gilt. Dazu kam ein Mißtrauen, das ich auf Seiten einiger Zeitzeugen und Forscher spürte, und das im bisherigen, teilweise undurchsichtigen Umgang mit seinem Nachlaß wurzelte.

Doch das Schicksal brachte mich durch die Eingebung im Januar 2007 bald dazu, mich erneut mit Solotarjow zu beschäftigen. Sofort fanden sich in Prof. Elsbeth Moser und Prof. Dr. Stefan Weiss Unterstützer, und auch fast alle eingeladenen Referenten reagierten mit einer Zusage. Am 19. und 20. Oktober konnten wir zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland (Rußland, Kroatien, Ukraine, Großbritannien, China, Niederlande) in der Hochschule für Musik und Theater in Hannover begrüßen, um gemeinsam zwei Tage lang Solotarjow und seines Werkes zu gedenken und neue Impulse für die Erforschung seines Lebens und Werks zu geben. Ein Höhepunkt des ersten Tages war der essayistische Vortrag des Moskauer Schriftstellers Witali Schentalinski, der Solotarjow seit 1968 kannte und mit ihm zusammen Mitglied im „Club der schöpferischen Intelligenz“ in Magadan war. Er stellte eindrucksvoll die innere Zerrissenheit des Komponisten und seine Verfolgungen durch den Geheimdienst der UdSSR (KGB) dar und rührte damit viele Zuhörer bis zu Tränen. Alle Solotarjow- Interpreten werden durch Schentalinskis Text die Tragik in seinen Kompositionen tiefer ergründen können.

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