> > > > Leseprobe
Freitag, 20. Mai 2022

[Vor dem Verfall gesichert – im Faksimile bewahrt]

Musikzeitschriften im Portrait: Musik & Kirche

Vor dem Verfall gesichert – im Faksimile bewahrt

Das Partiturautograph von Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe

von Wendelin Göbel, aus: Musik & Kirche 4/2007

(ungefähr 4 Seiten)

Viele alte Musikhandschriften sind dem Verfall preisgegeben. Dies gilt besonders für die handschriftlich überlieferten Werke Bachs, denen der Tintenfraß immens zusetzt. Neben der Konservierung auf dem neuesten technischen Stand sind Faksimiles eine Möglichkeit, das Vermächtnis großer Werke wie der h-Moll-Messe der Nachwelt zu erhalten. Der Autor berichtet über die erhaltenden Maßnahmen und die Entstehung eines Faksimiles.

Die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach, sein vokalkompositorisches Vermächtnis, ist uns in autographer Partitur überliefert. Ebenfalls von Bachs eigener Hand sind die vier durchnummerierten Zwischentitel: No. 1. / Missa; No. 2 / Symbolum Nicenum; No. 3. / Sanctus; No. 4. / Osanna, Benedictus, Agnus Dei et Dona nobis pacem. Carl Philipp Emanuel Bach führte das Werk im Nachlassverzeichnis der Werke seines Vaters als „Die große catholische Messe”. Christoph Wolff weist darauf hin, dass der Begriff „catholisch” sich bei der Messe in erster Linie auf die „una catholica ecclesia” des Nizänischen Glaubensbekenntnisses bezieht, welches an hohen Festtagen an die Stelle des apostolischen Glaubensbekenntnisses trat (und heute noch tritt). Dieses Bekenntnis konnte gerade seit dem 1694 erfolgten Übertritt von August dem Starken zur römisch-katholischen Kirche im konfessionell gespaltenen Sachsen für die Einheit der christlichen Kirche stehen. Der heute gebräuchliche Titel „h-Moll-Messe” bildete sich in Kreisen der Sing-Akademie zu Berlin, die das Werk ab 1811 in Teilen nach und nach vollständig aufführte; unter diesem Titel erschien dann auch die zweite Lieferung der Messe 1845 bei Nägeli in Zürich und Simrock in Bonn: Die hohe Messe / in H-moll.

Die Handschrift – ihre Wege und ihre Alterung

Die Originalpartitur gelangte über einen vergleichsweise kurzen Weg von Carl Philipp Emanuel Bach in Hamburg an ihren heutigen Aufbewahrungsort: 1805 kam sie in den Besitz von Hans Georg Nägeli in Zürich, der zugleich ihr erster Verleger wurde. 1857 erwarb Friedrich Chrysander die Handschrift von Hermann Nägeli für die Bach-Gesellschaft, seit 1861 wird sie in der Staatsbibliothek zu Berlin unter der Signatur Mus. ms. P 180 aufbewahrt.

[weiter...]

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (5/2022) herunterladen (2400 KByte) Class aktuell (4/2021) herunterladen (7000 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

"Wir gehen auf eine Reise mit dem Publikum, eine Reise in ein phantastisches Land"
Das Klavierduo Silver-Garburg über Leben und Konzertieren im Hier und Heute und eine neue CD mit Werken von Johannes Brahms

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links