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Freitag, 20. Mai 2022

[Kultstatus]

Musikzeitschriften im Portrait: Musik & Kirche

Kultstatus

Wolfgang Schult in Dillenburg

Seit 34 Jahren prägt Wolfgang Schult das Musikleben im hessischen Dillenburg – von 1971 bis 1982 als Kirchenmusiker an der Evangelischen Stadtkirche, als Leiter diverser Chöre und als Initiator und künstlerischer Leiter der Dillenburger Bachwochen. Das Festival, das sich innerhalb kurzer Zeit von einer regionalen Festwoche zu einem Treffpunkt für Spezialisten historischer Aufführungspraxis entwickelt hat, ging 2005 bereits in sein 30. Jahr. Wolfgang Schult wurde in Hamburg geboren und erhielt an der „Walddörferschule“ –damals ein renommiertes musisches Gymnasium – seine erste Ausbildung. Unterricht hatte er auch bei Ursula Günther und Detlef Kraus. Schult studierte Kirchenmusik, Orchesterleitung und Musikwissenschaft in Hamburg, Bremen und Marburg. Seit 1989 leitet er den Universitätschor Marburg, seit 2002 ist er Musiklehrer am Evangelischen Oberstufen-Kolleg in Laubach. Im November 2001 erhielt Wolfgang Schult für seine Verdienste um das Musikleben der Region das Bundesverdienstkreuz. Das Interview führte Christine Hartlieb.

Die Dillenburger Bachwochen sind ein Musikfestival mit hochkarätigem Spartenprogramm – und das in einer Kleinstadt mitten im hessischen Bergland. Wie kam es zu dieser Idee?
Schult: Der Gedanke kam mir auf einer mäßig interessanten Fortbildung, die ich im Rahmen meiner Tätigkeit als Vorsitzender der hessischen Kirchenmusiker besucht habe: Statt vereinzelter, über das Jahr verteilter Konzerte wollte ich es mit einer kompakten Festwoche probieren.

Wie funktioniert das?
Der Tägerverein hat nur rund 30 Mitglieder. Es gibt aber auch viele andere, die sich ehrenamtlich engagieren. Seit neuestem habe ich außerdem eine Ein-Euro-Kraft, die Büroarbeiten übernimmt. Das ist im Grunde alles.

Und aufgetreten sind jeweils die Ensembles der Kirchengemeinde?
Hauptsächlich, ja – zu Anfang wenigstens. Wir haben aber von Beginn an auch Gäste eingeladen. Der Leitgedanke dabei war, viel versprechende Musiker zu holen, die noch am Anfang ihrer Karriere standen. So hat beispielsweise das Hilliard Ensemble sein erstes Auslandskonzert in Dillenburg gegeben. Das war 1979. Ich besaß ihre erste Langspielplatte und war völlig begeistert. Weitere Gäste waren Emma Kirkby und das Consort of Musicke, Gustav Leonhardt oder Siegbert Rampe. Das Ensemble Musica Antiqua Köln hat mir sogar mal eine Spülmaschine geschickt – bis dahin besaßen wir keine –, um sich für ein erneutes Engagement nach Dillenburg zu empfehlen...

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