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Freitag, 20. Mai 2022

[Bach-Werk-Finder]

Musikzeitschriften im Portrait: Musik & Kirche

Bach-Werk-Finder

Ein Gespräch mit Michael Maul über seine Tätigkeit als Detektiv im Dienste der Musik

(ungefähr 5 Seiten)

75 Jahre ist es her, seit die letzte Bach-Handschrift auftauchte Nun gelang dem jungen Musikwissenschaftler Michael Maul ein Aufsehen erregender Fund: Am 17. Mai dieses Jahres entdeckte er in der Anna-Amalia-Bibliothek die autographe Partitur einer Geburtstags-Arie für den Erbprinzen Wilhelm Ernst von Sachsen Weimar. „Alles mit Gott, und nichts ohn Ihn“, so lautet ihr Titel. Michael Maul wurde 1978 in Leipzig geboren, begann 1997 sein musikwissenschaftliches Studium, begleitet vom Studium des Journalismus und der Betriebswirtschaftslehre mit dem möglichen Berufsziel einer Musik-Manager-Tätigkeit. Seit einigen Jahren absolviert Maul ein Dauerpraktikum beim Leipziger Bach-Archiv. Sein Auftrag ist die systematische Erforschung der mitteldeutschen Musikarchive. Mit Michael Maul sprach Hermann Backes.

MuK: Herr Maul, jede Entdeckung einer neuen Bach-Handschrift ist für sich genommen ja schon eine Sensation; diese hier zeigt überdies eine ganz neue Facette von Bachs Œuvre. Wie ist Ihnen dieser Glücksfall gelungen?
Maul: Zum einen natürlich durch viel, viel Glück, befördert durch Fleiß. Vor einem halben Jahr hatte ich begonnen, systematisch die Weimarer Archive abzugrasen. Vor allem versuchte ich es in jenen Bereichen, wo die Bach-Forschung bislang noch nicht so aktiv war, in der Hoffnung, dort Material aufzufinden, das Rückschlüsse auf Bach selbst gestattet. Mit anderen Worten: Die höfische Musikgeschichte ist von vielen bearbeitet, das vorhandene Aktenmaterial von ganzen Forschergenerationen gewälzt worden. Deshalb sagte ich mir: Es wäre doch interessant zu sehen, was zur gleichen Zeit an der Stadtkirche ablief. In diesem Zusammenhang hatte ich bereits viele Archivalien durchgesehen und dabei einige interessante Details ans Licht gebracht.

MuK: Was führte Sie in die Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar?
Maul: Mir war bereits bei Katalogrecherchen aufgefallen, dass dort viele Gelegenheitsschriften aus der Bach-Zeit lagern, etwa für Geburts- und Namenstage der Herzöge. Wir finden Glückwünsche aus der Feder von Salomon Franck, dem Librettisten von Bach. Über diesen Bestand hatte bislang in den 50er-Jahren nur Lothar Hoffmann-Erbrecht gearbeitet.

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