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Dienstag, 27. September 2022

[E. Karrer-Hoffmann aus Teufenthal]

Musikzeitschriften im Portrait: Das Mechanische Musikinstrument

E. Karrer-Hoffmann aus Teufenthal

Hersteller einiger ungewöhnlicher Spieldosen (Teil 2)

von David Snelling, aus: Das Mechanische Musikinstrument

Seite 2

Da es offensichtlich keinen Beweis dafür gibt, dass der EHK Aufzugsmechanismus auch von anderen Herstellern verwendet wurde, ergibt schon dieser typische Mechanismus einen weiteren Rückschluss auf die Zuordnung dieses Werktyps zu EKH. Dieses macht auch Sinn, denn mit den Patenten für den EKH Aufzugsmechanismus wurde ja beabsichtigt, EHK vor nachahmenden Mitanbietern zu schützen. Außerhalb Englands stellte sich dies nach einer kurzen Anfangszeit als nicht sehr wirksam dar, da dieser Schutz zeitlich befristet war. Auch das US-Patent war außerhalb der USA wahrscheinlich auch nicht mit dem notwendigen Schutzrecht ausgestattet.

Es ist allerdings zweifelhaft, ob im damaligen Wettbewerb irgend ein anderer Hersteller den EHK Aufzugsmechanismus als eine Weiterentwicklung angesehen hat, die es wert gewesen wäre, übernommen zu werden und Lizenzgebühren dafür zu bezahlen. EKH mag zudem von der Überlegenheit ihres Mechanismus selbst nicht ganz überzeugt gewesen sein, denn anscheinend war er in der Schweiz nicht patentiert, und EKH stellte auch Spielwerke mit konventionellem Mechanismus her.

Patente in England und U.S.A.

Es gibt zwei grundlegende Patente in der Produktionsgeschichte von EKH:

  1. Das englische provisorische Patent Nr. 3241 vom 7. August 1880, und
  2. das U.S.A. Patent Nr. 241,373 vom 10. Mai 1881

Im englischen Patent (Reprografie in Abb. 8) ist "E. K. Hoffman" als Erfinder verzeichnet, wobei durch andere Dokumente unzweifelhaft bewiesen wird, dass es sich hierbei um Elise Karrer-Hoffman, also um die Ehefrau von Rudolf Karrer, handelt.

Abb.8

Die Anspüche im ersten Patent sind:

  1. Ein einfacherer Mechanismus,
  2. die Möglichkeit des Gebrauchs schwächerer Antriebsfedern,
  3. die geringere Gefahr eines Federbruches,
  4. die Reduzierung der Reibungsverluste,
  5. der Vorteil der leichten Demontierbarkeit von Federgehäuse und Feder,
  6. die Möglichkeit des Schmierens/Ölens der Federgehäuseverzahnung und seines Antriebes, ohne irgend ein Teil zu demontieren,
  7. weniger zu fertigende Teile, und damit niedrigere Produktionskosten, als bei Spielwerken herkömmlicher Bauart.

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