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Freitag, 2. Dezember 2022

[Zum 100. Todestag des Daniel Imhof (1825 - 1900)]

Musikzeitschriften im Portrait: Das Mechanische Musikinstrument

Zum 100. Todestag des Daniel Imhof (1825 - 1900)

von Hans Wolfer und Erich Willmann, aus: Das Mechanische Musikinstrument

Seite 4

Mit der Firma Imhof & Mukle ging es stetig aufwärts. Man begann schließlich auch eigene Musikwerke zu bauen, verkaufte aber auch weiterhin Musikwerke aus dem Schwarzwald. Im Jahre 1855 erfolgte dann wohl der Umzug des Betriebs in die Oxford Street Nr. 547 (Brief von Fr. X. Wehrle). Diese Adresse ist dann bis Ende der sechziger Jahre noch auf den Briefköpfen vorzufinden. Auch das Dokument vom 31. 12. 1856 über die Einbürgerung des Daniel Imhof als engl. Staatsbürger trägt diese Anschrift.


Fabrikgebäude von Imhof & Mukle in Vöhrenbach.
Das Foto entstand um 1900 bei einer Feuerwehrübung.
Foto: Archiv Gerssen

Der Umzug in die Geschäftsräume New Oxford Street 110 dürfte mit der Verlagerung der Produktion nach Vöhrenbach/Baden (1874) im Zusammenhang stehen. Als Verkaufsniederlassung brauchte man eine sehr gute Geschäftslage, und diese Straße bot dafür gute Voraussetzungen. Die New Oxford Street - für jeden Freund mechanischer Musikwerke ein Begriff oder sogar ein Muss - ist auch heute noch eine Geschäftsstraße, die tagsüber für den Autoverkehr, außer für Busse und Taxi, gesperrt ist.

In der New Oxford Street 110 schrieb Imhof & Mukle an die 100 Jahre Firmengeschichte, wenn auch durch den Ersten Weltkrieg die Alfred Imhof Ltd. daraus wurde. Dieser Firmenname blieb bis um 1970 bestehen.

Von der Weltstadt London ins stille Bregtal - Daniel Imhof und die Musikwerkefabrik "Imhof & Mukle" in Vöhrenbach

Nach der den Kriegen von 1866 und 1870/71 folgenden Reichsgründung war auch in den Schwarzwaldorten etwas von einem wirtschaftlichen Aufschwung zu spüren. So waren bis zum Ende der siebziger Jahre in Vöhrenbach 12 größere und kleinere Orchestrionbaufirmen etabliert,2 wobei der größte, der des Michael Welte, im Jahre 1877 nach Freiburg übersiedelte. Daniel Imhof war über diese Vorgänge durch Besuche bei seinen Freunden im Bregtal gut unterrichtet und ließ durch seinen Freund, den Schreinermeister August Dold (Urgroßvater des Fabrikanten Fritz Dold), der als Strohmann fungierte, die leer stehenden Betriebsräume der Firma Welte ankaufen. Wahrscheinlich hätte Daniel Imhof selbst einen höheren Kaufpreis als die gezahlten 6.000 Gulden bieten müssen oder wäre aus Konkurrenzgründen gar nicht erst zum Zuge gekommen. Vertragsabschluss war der 14. 7. 1874. Imhofs Geschäftspartner Leopold Mukle blieb in London und führte das Handelshaus dort weiter, was sich für den Absatz der Musikwerke sehr vorteilhaft auswirkte.

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