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Samstag, 16. Oktober 2021

[Von Blower, Trunk, Regulator und Trem]

Musikzeitschriften im Portrait: Das Mechanische Musikinstrument

Von Blower, Trunk, Regulator und Trem

Gedanken über die Windanlage in amerikanischen Kinoorgeln

von Sven Wortmann, aus: Das Mechanische Musikinstrument

Seite 2

Am Anfang der Funktion eines jeden "Tasteninstrumentes zum Quälen von Luft", - egal ob Kirchen- oder Kinoorgel, steht notwendigerweise das Gebläse. Aber gerade in dieser scheinbaren Gemeinsamkeit liegt auch schon der erste Unterschied beider Gattungen: Die üblichen Kirchenorgel-Gebläse sind einstufige Radiallüfter, d. h. mehr oder weniger große Schaufelräder, die, in der Regel von einem Elektromotor getrieben, in einem Gehäuse rotieren, wobei die Schaufelradbreite für die zu fördernde Windmenge verantwortlich ist, während die Umlaufgeschwindigkeit des äußersten Punktes auf dem Schaufelrad in Verbindung mit der Gehäusewandung für den Winddruck sorgen. Das typische Kinoorgel-Gebläse jedoch ist ein mehrstufiger Radiallüfter, bei dem sich auf einer gemeinsamen Welle mehrere Rotoren drehen und der Winddruck stufenweise erhöht wird. Der Zusammenhang von Windmenge und Winddruck für jede einzelne Stufe verhält sich entsprechend der einstufigen Maschine. Diese Bauart hat sich bei der Kinoorgel deshalb bewährt, weil die "Förderkennlinie" eines mehrstufigen Gebläses stabiler ist als die einer einstufigen Maschine und deshalb bei steigendem Windverbrauch der Winddruck weniger stark abfällt. Wurlitzer bestimmte die Gebläse nach folgender Faustregel: eine Motorleistung von ½ HP (Horsepower) pro "Rank" bei einer (für Kinoorgeln) normalen Mensur ("Scale"), einer durchschnittlichen Unifizierung und überwiegend 10 inch Winddruck (entspricht 254 mmWS).

Einband einer Bedienungsanleitung für das Spencer Gebläse.    Erläuterung des Spencer Orgoblo-Gebläses in der Bedienungsanleitung.

Erläuterung des Spencer Orgoblo-Gebläses in der Bedienungsanleitung.

So hat zum Beispiel ein 3 HP (HP = Horsepower) -Gebläse der amerikanischen Firma Spencer aus Hartfort / Conn., die damals wohl die meisten Blower für amerikanische Kinoorgeln gebaut hat, die Angaben 500 - 15 auf dem Typenschild. So eine Maschine wäre ausreichend für unsere 2 / 6 Wurlitzer. Sie würde bei einer Leistungsaufnahme von 3 HP, also 2,2 kW (wohlgemerkt bei 60 Hz, es wäre also ein Frequenzumrichter notwendig), eine Windmenge von 500 ft3 (entspricht 14.2 m3) pro Minute bei 15 inches static pressure (entspricht 381 mmWS statischer Winddruck) liefern.

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