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Samstag, 19. August 2017

[Vorwort]

Musikzeitschriften im Portrait: Österreichische Musikzeitschrift

Vorwort

Fokus IGNM

von Arion Diederichs-Lafite / Joachim Diederichs, aus: Österreichische Musikzeitschrift 06/2010
Liebe Leserin, lieber Leser!

Seit dreißig Jahren gibt es eine, sich in gemeinsamen Heftprojekten äußernde Zusammenarbeit mit der IGNM-Sektion Österreich. Viele Themen wurden gemeinsam erarbeitet: verschiedene Wege der Neuen Musik, die Rezeption und Vermittlung dazu, das Musiktheater in seiner Vielfalt u.v.a. Nun wird der Fokus auf die Institution IGNM selbst gelegt, von der Quellen-Recherche 1982 zum historischen wie aktualisierten Blick von 2010. Dafür waren mehrere Impulse maßgebend: Recherchen zur Hauer-DVD zeigten in Rétis Ruf der „Salzburger Idee“, in Scherchens Themenheft der Festspiele (S. 16) die IGNM-Gründung in neuem Licht. Rudolf Réti durch Farbklang-Harmonie mit Josef Matthias Hauer früh verbunden, las dessen Schriften über Atonalität / Hören / kulturelle Erneuerung des Abendlandes. Die revolutionäre Ordnung des Tonsystems wie des harmonikalen Denkens, die Hauer 1919-21/22 auskristallisiert hatte, war ihnen Tragpfeiler zur IGNM-Gründung 1922 (Bild S. 7). Egon Lustgarten hatte gegen beide als „Autodidakten“ oder „Wiener Subkultur“ (www.ignm.at) zu polemisieren; die Programmatik der Äolsharfe erschien in „Melos“ (S. 16), deren Aufführung wurde aber hintertrieben. Hauers Universalvorstellung von Musik fruchtete noch weiterhin durch F. Wildgans bis zu Darmstädter Zwölfton-Debatten (1949-51). Weiters kam als Anregung der Universität Basel (Matthias Schmidt) die zentrierte Aufarbeitung der Donaueschinger Kammermusiktage (1921-26), die eine Thematisierung auch der unmittelbar folgenden Gründungsphase in Salzburg empfahl. Rainer Nonnenmann fokussiert die bemerkenswerten Parallelitäten der internationalen Entwicklungen. Ein weiterer Impuls kam von Irene Suchy, die im Zuge der Sichtung des Archivs der IGNM-Österreich nach 1945 auf interessante Dokumente gestoßen war, die ebenso die Spezifik einer Zeitspanne wie die Permanenz unlösbarer Probleme erkennen lassen. Die heutige IGNM-Crew unterstreicht zukunftsorientiert den Vermittlungsaspekt. Dass Irene Suchy eine Unterstützungszusage von Peter Lafite an die IGNM ihrem Beitrag voranstellt, ist mehr als nur eine Geste: Es zeigt, wie sehr Kreativkräfte und ÖMZ auch schon vor sechzig Jahren parallel zogen – als die „Musikbasis. Dass in den 1980er Jahren Dieter Kaufmann im Präsidium der IGNM aktiv war, ist ebenso ein Bezug zur Vergangenheit, wie das Erscheinen des Bandes 30 der Reihe „Komponisten unserer Zeit“ über Dieter Kaufmann, das in die Zukunft unserer MUSIKTEITpublikationen weist.

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