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Dienstag, 27. Juni 2017

[Zur Ergänzung von Mozarts Tripelkonzert-Fragment A-Dur (KV 320e)]

Musikzeitschriften im Portrait: Österreichische Musikzeitschrift

Zur Ergänzung von Mozarts Tripelkonzert-Fragment A-Dur (KV 320e)

Von den Freuden und Schwierigkeiten, ein Genie vervollständigen zu wollen

von Eduard Melkus, aus: Österreichische Musikzeitschrift 05/2010
Lassen wir zuerst die Fakten sprechen: Mozarts einziges Werk für Violine, Viola und Violoncello mit Orchester blieb leider unvollendet. Die ungewöhnliche Besetzung und die transponierte Notierung der Viola principale rücken das Fragment in die engste Nachbarschaft der Konzertanten Sinfonie für Violine und Viola KV 364. Als Entstehungszeit kann man daher nur Sommer oder Herbst 1779 annehmen. Das Autograph im Salzburger Mozarteum (Nr. 12) trägt die Überschrift: „Sinfonia Concertante à tre istromenti Violino, Viola e Violoncello“, die Viola principale ist in G-Dur notiert und hat ferner den Zusatz „accordata un tono piú alto“. Mozarts Niederschrift endet bei den ersten acht Solotakten des Durchführungsteiles; das Orchesterritornell der Exposition (51 Takte) ist ganz ausinstrumentiert (2 Ob, 2 Hr in A, Streicher), dann nur mehr die Solostimmen notiert und die kurzen Tutti-Takte dazwischen nur in der Violine 1 und der Bass-Stimme skizziert (83 Takte).

Die Höherstimmung der Viola findet sich auch in der benachbarten Konzertanten Sinfonie in Es-Dur – dort ist die Soloviola in D-Dur notiert und nur einen Halbton höher zu stimmen. Die Umstimmung der Viola ist nicht zur Erleichterung der technischen Ausführung für den Spieler gedacht, denn ein Durchspielen der Version in D-Dur bringt zwar in manchen Passagen eine Erleichterung, wirkt sich aber bei anderen Stellen wieder erschwerend gegenüber der Fassung in Es-Dur aus, weswegen heute fast nur der Solopart in Es-Dur gespielt wird. Der tatsächliche Beweggrund kann daher nur sein, das Instrument durch die Höherstimmung brillanter zu machen: Dies lässt sich bei dem durchwegs sehr kleinen Format der Violen in dieser Zeit sehr wohl begreifen. (z.B. hat sich Paganini in seinem ersten Violinkonzert auch der Höherstimmung bedient: Dieses Konzert ist in der Solostimme in D-Dur notiert und wird auch heute als D-Dur Konzert gespielt – die originalen Orchesterstimmen waren aber in Es-Dur notiert – es ist also eigentlich als ein Konzert in Es-Dur erklungen.)

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