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Sonntag, 21. Januar 2018

[Am Anfang war der Ort]

Musikzeitschriften im Portrait: Musik & Kirche

Am Anfang war der Ort

Die Alte Brüderkirche in Kassel als Veranstaltungsraum für besondere Konzerte

von Gabriele Heppe-Knoche, aus: Musik & Kirche 5/2009

Was kann man mit einem alten Kirchenbau anfangen, der für den Gottesdienst nicht mehr benötigt wird? Die Alte Brüderkirche in Kassel, durch eine Veränderung der innerstädtischen Schwerpunkte nach dem Wiederaufbau ins Abseits geraten, wird seit fünf Jahren auch als Raum für besondere künstlerisch-theologische Experimente genutzt. Ein Beispiel für die kreative Nutzung eines historischen Gebäudes.

Es ist Sommer. Sonntagabend um 18 Uhr. Menschen kommen zur Alten Brüderkirche in Kassel, tauchen ein in die Kühle des gotischen Kirchenschiffs. Die Anordnung im Raum, die sie vorfinden, ist immer verschieden. Mal kommt man in klassisch zum Altar hin ausgerichteten Stuhlreihen zu sitzen. Mal eröffnen die Stühle, an den Wänden entlang aufgestellt, einen großen Innenraum. Mal muss man sich – mit einem Stuhl am Eingang versehen – seinen Platz in der Kirche selber suchen. Was die Menschen herführt ist die Veranstaltungsreihe „achtmal alte brüderkirche“, die seit 2004 die älteste Kirche in der Innenstadt Kassels an acht Sommerabenden zum Experimentierraum werden lässt.

Es ist schwierig, genau zu definieren, was „achtmal alte brüderkirche“ ist. Ein Konzert, eine Performance, eine christliche Meditation? Im Zusammenspiel von zeitgenössischer Musik, Bildender Kunst und teils literarischen, teils biblisch-liturgischen Texten entsteht etwas Neues, das originelle und spannende Begegnungen verspricht und spirituelle Kraft entwickelt. Erbaut wurde sie als Kirche des Bettelordens der „Brüder unserer lieben Frau vom Berg Karmel“ am Ufer der Fulda. Auch heute noch schließt sich an das gotische Kirchenschiff das Gebäude des ehemaligen Konventes an, in dem inzwischen nach wechselvoller Geschichte ein Altenpflegeheim untergebracht ist. Durch die städtebaulichen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg in Kassel hat sich das Umfeld der Kirche erheblich verändert. Sie liegt nun an einer der meistbefahrenen Innenstadtstraßen. Das Wohnfeld der zu ihr gehörenden Kirchengemeinde der Brüderkirche hat sich weit von der Kirche entfernt, so dass die Neue Brüderkirche gebaut wurde und die Alte Brüderkirche schließlich Mitte der neunziger Jahre entwidmet wurde. Die Idee war, das nun von Gestühl leergeräumte Kirchenschiff als Ausstellungsort und Raum für besondere kirchliche Veranstaltungen zu nutzen.

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