> > > > Leseprobe
Samstag, 21. Juli 2018

[Münchener Gericht stellt das Verwertungsmodell für Online-Musikrechte von CELAS in Frage]

Musikzeitschriften im Portrait: allabreve

Münchener Gericht stellt das Verwertungsmodell für Online-Musikrechte von CELAS in Frage

von Johann Heyde, aus: Musikwelten 1/2009
Das Unternehmen CELAS GmbH („CELAS“) verwaltet seit einigen Jahren die angloamerikanischen Musikrechte des Major-Musikverlages EMI Music Publishing („EMI“) für die Online- und Mobilfunknutzung. Die Gründung von CELAS geht zurück auf eine Empfehlung der EUKommission vom Oktober 2005: Um gebietsüberschreitende Lizenzen im Online-Bereich vergeben zu können, forderte die Kommission, dass sämtliche Rechtinhaber – Urheber und Musikverlage – in der Lage sein sollten, die Online-Rechte, die sie bislang ihrer Verwertungsgesellschaft (wie etwa der GEMA) zur kollektiven Wahrnehmung übertragen hatten, zurückzuholen und sie daraufhin einer Wahrnehmungsgesellschaft ihrer Wahl zum Zwecke europaweiter Lizenzvergabe anzuvertrauen. EMI folgte als erster Rechteinhaber der Kommissions-Empfehlung mit dem Aufbau von CELAS.

Die Umsetzung der Kommissions-Empfehlung gestaltete sich jedoch schwieriger als zunächst gedacht. Aus rechtlichen Gründen konnten die angloamerikanischen Musikverlage den europäischen Verwertungsgesellschaften nicht sämtliche für die Online-Nutzung erforderlichen Urheberrechte entziehen; gerade das wichtige Online-Übermittlungsrecht blieb weiterhin bei der GEMA und den anderen europäischen Verwertungsgesellschaften. Um dennoch das gesamte Online-Recht anbieten zu können, wählte CELAS eine gewagte Lizenzkonstruktion: Die digitalen Vervielfältigungsrechte, die für die Online-Nutzung ebenso erforderlich sind (so etwa für den Up- und Download), entzog EMI sämtlichen europäischen Verwertungsgesellschaften und übertrug sie zum Zwecke der europaweiten Wahrnehmung auf die CELAS. Die oben bezeichneten Online-Übermittlungsrechte vergab CELAS jedoch nur im Auftrag und in Vertretung der GEMA.

Diese trickreiche Konstruktion hat das Landgericht München I mit Urteil vom 25. Juni 2009 (Az.: 7 O 4139/08) aus urheberrechtlichen Gründen verworfen und stellt damit das Verwertungsmodell der CELAS in ihren Grundfesten in Frage: Nach Auffassung des Gerichts konnte der EMI-Verlag die mechanischen Rechte nicht von dem einheitlich bei der GEMA liegenden Online-Nutzungsrecht abspalten und der GEMA isoliert entziehen, da dies die Rechtssicherheit im Online-Musiklizenzgeschäft gefährde. Die Online-Vervielfältigungsrechte werden daher nach Auffassung des Gerichts weiterhin von der GEMA für das deutsche Gebiet exklusiv wahrgenommen.

[weiter...]

Magazine zum Downloaden

Class aktuell (2/2018) herunterladen (3463 KByte) NOTE 1 - Mitteilungen (7/2018) herunterladen (3001 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Christian Euler im Portrait "Melancholie ist die höchste Form des Cantabile"
Bratschist Christian Euler im Gespräch mit klassik.com über seine Lehrer, seine neueste SACD und seine künstlerische Partnerschaft zum Pianisten Paul Rivinius.

weiter...
Alle Interviews...


Anzeige