> > > > Leseprobe
Montag, 23. April 2018

[Neugierig auf neue Töne]

Musikzeitschriften im Portrait: Musik & Kirche

Neugierig auf neue Töne

Christoph Bogon, Präsident des Kirchenmusikerverbandes

von Johannes Mundry, aus: Musik & Kirche 4/2009
Seit Januar 2009 ist Christoph Bogon Präsident des Verbandes evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Deutschland. 1971 wurde er in Kassel geboren und ist dort aufgewachsen. Er studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg Kirchenmusik. Noch während des Studiums wurde er 1999 Assistent des südbadischen Landeskantors, KMD Carsten Klomp. Im März 2002 übernahm er das Amt des Bezirkskantors für den Kirchenbezirk Schopfheim (Südbaden) und die evangelischen Kirchen in Schopfheim. Als Organist, Chorleiter und Komponist ist er über die Grenzen des Kirchenbezirks hinaus tätig.

Januar sind Sie der Vorsitzende des Kirchenmusikerverbandes. Fühlen Sie sich nun als ein Gewerkschafter, als ein knallharter Interessenvertreter für die Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Deutschland?

Ich nehme das Wort von der Interessenvertretung auf, möchte aber das Wörtchen „knallhart“ gerne streichen. Wir kommen in der Kirche langfristig nur dann auf einen grünen Zweig, wenn wir vorhandene Kräfte und Ressourcen bündeln können. Und die Kirchenmusik ist ein Teil von ihnen. Wir möchten natürlich gern als Berufsstand wahrgenommen und gewürdigt werden, aber wir müssen unseren Teil dazu beitragen, dass kirchliche Arbeit insgesamt gelingen kann.

Bei den Gewerkschaften, um dabei zu bleiben, heißt es ja oft „Die da oben, wir da unten“. Sie sehen das also nicht so.

Wir haben natürlich nicht die Macht, einen pressewirksamen Kirchenmusikerstreik für ganz Deutschland zu initiieren, insofern stellt sich für uns die Gewerkschaftsfrage gar nicht. Unsere Chance ist es, innerhalb unseres Berufsstandes für die Aufrechterhaltung der Qualität unserer Arbeit zu werben und dies kirchenintern zu kommunizieren. Auf gleicher Augenhöhe mit Pfarrern sehen wir uns nur bedingt, da beide Berufe ja ihr spezifisches Anforderungsprofil haben und unsere theologische Ausbildung nicht mit der des Pfarrberufes verglichen werden kann. Aber wenn es um die Gestaltung von Gottesdiensten, um die Gestaltung von Gemeindearbeit geht, dann ist es gut, wenn wir uns auf gleicher Augenhöhe begegnen.
Ich nehme zur Zeit deutschlandweit eine große Heterogenität bei den Arbeitsbedingungen innerhalb der verschiedenen Landeskirchen wahr, das betrifft vor allem die Tarif- oder Ausbildungsstrukturen. Ich möchte erreichen, dass wir über ein gleiches Berufsbild reden dass wir sagen können „Wir sind Kirchenmusiker“.

[weiter...]

Magazine zum Downloaden

NOTE 1 - Mitteilungen (4/2018) herunterladen (2494 KByte) Class aktuell (1/2018) herunterladen (3364 KByte)

Anzeige

Empfehlungen der Redaktion

Die Empfehlungen der klassik.com Redaktion...

Diese Einspielungen sollten in keiner Plattensammlung fehlen

weiter...


Portrait

Julian Prégardien im Portrait "Das ganze Projekt ist eine Reise durch die Musik"
Julian Prégardien macht die Aufführungsgeschichte großer Werke anschaulich - und setzt Impulse für die Zukunft

weiter...
Alle Interviews...


Sponsored Links

Anzeige