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Donnerstag, 13. Dezember 2018

[Neues zu Mendelssohn (II)]

Musikzeitschriften im Portrait: Österreichische Musikzeitschrift

Neues zu Mendelssohn (II)

Zum lesen, spielen, hören

von Annegret Huber, aus: Österreichische Musikzeitschrift 07/2009

Seite 2

Christian Martin Schmidt ist als vorsitzendem Editionsleiter der Gesamtausgabe wohl auch die überaus sinnvolle Gruppierung der klavierbegleiteten Lieder Mendelssohns in drei Bänden zu verdanken: Er unterscheidet nicht etwa zwischen Liedern mit und ohne Opuszahl ? was Uninformierten suggerieren könnte, dass jede Drucklegung autorisiert ist, wenn eine Opuszahl vorhanden ist ?, sondern zwischen ?Zu Lebzeiten erschienene[n] Lieder[n]? und nachgelassenen Liedern. Dadurch zeigen sich die postumen Opuszahlen 84, 86 und 99 des dritten Bandes (deren Drucklegung noch in Vorbereitung ist: EB 8653) als nicht autorisiert, während neben den vom Komponisten selbst mit Opuszahlen vorgelegten Vertonungen in die ersten beiden Bände auch einige (u.a. englische) Lieder als autorisiert aufgenommen werden konnten, die ihre Entstehung u.a. persönlichen Begegnungen verdanken. Historische Informationen dazu bieten die ausführlichen Vorworte. Dadurch kann ein interessiertes Publikum für die Bedeutung von Liedvertonungen als Form einer musikalischen ?Korrespondenz? (vgl. Cornelia Bartsch) sensibilisiert werden, wie sie ganz besonders im Umfeld der Familie Mendelssohn Bartholdy praktiziert wurde.

Was bei Breitkopf & Härtel an Klavierwerken Mendelssohns noch in der Ausgabe von Julius Rietz zu haben ist (die dieser zwischen 1874 und 1877 betreut hat), ist bei Henle schon in moderner Urtextausgabe zu bekommen: In zwei Bänden werden nahezu sämtliche Klavierkompositionen zusammengeführt (mit Ausnahme der Lieder ohne Worte, die in einem gesonderten Band HN 327 zusammengefasst wurden), die vorher in einem Auswahlband (HN 281 aus dem Jahre 1973) und älteren Einzelausgaben (wie die drei Capricen op. 16 und die Variations sérieuses op. 54 aus den Jahren 1997 bzw. 1996) vorlagen oder eigens zum Gedenkjahr 2009 neu erarbeitet wurden (wie das Rondo capriccioso op. 14 durch Ullrich Scheideler / Fingersatz: Hans-Martin Theopold oder die Sechs Kinderstücke op. 72 durch Christa Jost / Fingersatz: Andreas Groethuysen). Der Verlag bewirbt die beiden Bände als die derzeit ?weltweit einzige derart umfassende Urtextausgabe des Mendelssohn?schen Klavier-?uvres?. Denn es war sehr wohl notwendig, dass dieser Werkbestand hier unter einheitlichen modernen Standards der Textkritik zu zwei größeren Publikationseinheiten verbunden wurde, gerade weil die Leipziger Gesamtausgabe noch auf sich warten lässt. Allerdings wird der eine oder die andere mit schmerzender Klavierhand das Gewicht der Notentasche beklagen (pro Band ein gutes Kilo); doch für solche Fälle stehen immer noch Einzelausgaben mancher Werke zur Verfügung.

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