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Montag, 29. November 2021

[Haydn Festival und 20 Jahre Haydntage in Eisenstadt]

Musikzeitschriften im Portrait: Österreichische Musikzeitschrift

Haydn Festival und 20 Jahre Haydntage in Eisenstadt

Die Manager im Interview mit Marion Diederichs-Lafite

von Marion Diederichs-Lafite, aus: Österreichische Musikzeitschrift 03/2009

Seite 3

1909 war, Haydns 100. Todestag, so etwas wie die Geburtsstunde der Haydnforschung, dann seit den 1950er-Jahren auch durch die Gründung des Haydn-Instituts Köln. Dadurch ist noch viel mehr in die Urtext-Ausgaben gesteckt worden. Haydn wurde früher immer gleich gespielt, sehr breit und teilweise auch „romantisch“. Wer nicht „Mainstream-Werke“ von Haydn spielen wollte, musste in Archive gehen, das war sehr mühsam. Robbins Landon hat da auch vieles ausgegraben und herausgegeben: Sinfonien, wenn die Stimmen da waren. Erst nach diesen editorischen Arbeiten konnte man aufführen, d.h. eine Aufführungspraxis sich entwickeln.

Also Forschung als Sockel der Rezeption?

Das ist bei Haydn sehr wichtig, dass die Rezeption breiter wurde. Die Opern haben ja auch sehr darunter gelitten, dass sie 50 Jahre nicht zugänglich waren und sich keiner die Mühe gemacht hat, teilweise Rufmord an ihnen getätigt worden ist.

Auch deshalb haben Sie jedes Jahr eine Oper gebracht...

...was auch wichtig war. Der nächste Schritt war dann 1982, eine entscheidende Wende in der Rezeption. Die Ensembles für Alte Musik – in Österreich Harnoncourt, in England Hogwood – haben begonnen Fuß zu fassen und diese haben dann Haydn in einer anderen Art präsentiert. Da hat man dann bemerkt, dass man unheimlich viel bei dieser Musik heraushören kann, dass das kein Einheitsbrei ist. Als ich 1989 die Haydnfestspiele konzipiert habe, war das ein ganz zentraler Punkt.

Kann man sagen, dass sich hier der 250. Geburtstag und der Aufschwung der Aufführungspraxis glücklich gefügt hatten?

Genau, wir wollten die besten Haydninterpreten, egal auf welchem Instrumentarium. Da sind wir anfangs komisch angeschaut worden, waren aber letztlich Speerspitze.

Ist bei einem größeren Publikum der Stellenwert von Haydn dadurch gestiegen?

Ganz stark. Die großen Orchester haben früher Haydn eher links liegen gelassen, als „Aufwärmstück“ angesehen. Da gibt es jetzt einen Umschwung, der auch bei den anderen Gattungen mehr und mehr bemerkbar wird; in diesem Prozess hat das Jahr 2009 eine wichtige Funktion.

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