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Samstag, 16. Oktober 2021

[Haydn Festival und 20 Jahre Haydntage in Eisenstadt]

Musikzeitschriften im Portrait: Österreichische Musikzeitschrift

Haydn Festival und 20 Jahre Haydntage in Eisenstadt

Die Manager im Interview mit Marion Diederichs-Lafite

von Marion Diederichs-Lafite, aus: Österreichische Musikzeitschrift 03/2009

Seite 2

Vollkommen richtig, Haydn war ein zeitgenössischer Komponist, wohl hat er aber Anregungen bei den alten Meistern gesucht, z.B. beim Kontrapunkt. Zurück zum Sturm und Drang: Haydn war immer Avantgarde. Als er in Wien und Eisenstadt wirkte, waren dort viele gute Komponisten tätig, die man heute oft als „Kleinmeister“ abtut. Haydn unterscheidet sich von diesen darin, dass er immer auf der Höhe der Zeit war, sich ständig weiterentwickelte und bemüht war, Regeln zu meistern, zu durchbrechen und zu hinterfragen. Natürlich haben auch andere Komponisten damals für die Streichquartettbesetzung Werke geschrieben, trotzdem haben diese nicht das Streichquartett erfunden; eine Kutsche hat auch vier Räder, ist deswegen aber noch kein Auto. Bei Haydn kommt nämlich der Wille dazu, eine Gattung auszureizen und zu entwickeln; das unterscheidet ihn letztlich auch von Mozart.

Gehen wir weiter zum Uraufführungs-Projekt „DedicatedToHaydn“.

Zu Haydns 200. Todestag vergaben wir 18 Kompositionsaufträge, dabei kommen jeweils sechs aus Österreich, Europa und anderen Kontinente, die an zwei Vorgaben gebunden wurden: 1. Die Komponisten sind völlig frei bei ihrer Arbeit, d.h. sie müssen kein Thema von Haydn verwenden o.ä., aber sie müssen bei der Komposition an ihn denken und 2. gibt es zwei pragmatische Einschränkungen bei Besetzung und Länge, deswegen wählten wir das Trio, weil es eine wichtige Gattung bei Haydn ist. Als Interpreten haben wir das Haydn Trio Eisenstadt als Partner, das sowohl mit Haydns als auch mit zeitgenössischer Musik vertraut ist. Diese Auftragskompositionen werden dann im Kreise von Haydn-Werken aufgeführt. Diese Idee ist schon 100 Jahre alt, sie stammt von französischen Komponisten, darunter Debussy und Ravel, die 1909 je ein Klavierwerk für Haydn geschrieben haben. Das Trio geht mit den „Dedicated“-Stücken auch auf Tournee und es wir auch eine CD-Box geben, das war auch eine Grundidee für dieses Projekt.

Da Sie ja auf 20 Jahre Entwicklung zurückblicken: Auch durch die Haydn Festspiele hat sich ja die Rezeption dieses Komponisten stark verändert. Wie würden Sie das auf den Punkt bringen wollen? Und: Wie sind Ihre Erwartungen für 2009?

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