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Donnerstag, 19. April 2018

[Haydn Festival und 20 Jahre Haydntage in Eisenstadt]

Musikzeitschriften im Portrait: Österreichische Musikzeitschrift

Haydn Festival und 20 Jahre Haydntage in Eisenstadt

Die Manager im Interview mit Marion Diederichs-Lafite

von Marion Diederichs-Lafite, aus: Österreichische Musikzeitschrift 03/2009

(ungefähr 7 Seiten)

Bei Durchsicht des reichhaltigen Angebots von Haydn Burgenland 2009 – gleichsam ein Dach für die über das Jahr sich erstreckenden Haydn Festspiele – fallen die programmatisch konzentriert gebündelten wie organisatorisch geschickt gesetzten Themenblöcke auf; welches sind die primären Intentionen dieses Konzepts?

Walter Reicher: Es geht uns um den Versuch, die Gesamtheit von Joseph Haydn darzustellen. Es gibt über das Jahr verteilt mehrere Konzertreihen, die verschiedene Zugänge bieten sollen. Haydn hinterließ in allen Werkgattungen herausragende Stücke, das wollen wir exemplarisch darstellen, u.a. mit allen 107 Sinfonien im Haydnsaal. Daneben wollen wir uns der Person auch von einem biographisch-geographischen Zugang nähern. Obwohl er den Großteil seines Lebens in einem relativ kleinen Gebiet verbrachte, knüpfte er durch seine Reisen viele Kontakte. Ein Schwerpunkt wird das Kammermusikprojekt „Triothlon“ um den 1. Mai sein, wo Trios in den verschiedensten Besetzungen zu hören sein werden. Wir widmen uns dem „Sturm und Drang“, einem aus der Literatur kommenden Begriff, der auf Haydns Schaffensperiode von 1768 bis 1772 angewandt wird, in der er Unglaubliches in seinen Kompositionen schafft, u.a. auch die Abschieds-Sinfonie. Zu Ostern steht das Sakralwerk im Mittelpunkt, später sind London und Paris Thema bei den Haydntagen. Von den Sinfonien über die Kammermusik bis hin zum Oratorium und seiner letzten Oper wird Haydns Schaffen präsentiert. Schon im Eröffnungskonzert mit dem „Concentus musicus“ unter Harnoncourt werden wir einen Querschnitt aus den verschiedenen Schaffensperioden von der 1. bis zur 100., der Militär-Sinfonie, bieten. Die Konzerte sollen je in sich stimmig sein, wer mehrere besucht, dem werden sich weitere Bezüge offenbaren. Die Abfolge der im Konzert erklingenden Sinfonien folgt grob der Chronologie, diese wird aber zugunsten einer sinnfälligen Ordnung auch manchmal durchbrochen.

Der „Sturm und Drang“ ist m.E. ein besonders interessantes Phänomen, dieser Begriff wird ja nur auf Haydn bezogen. Sie führten einmal aus, dass es damals für die Hörer nur gegenwärtige Musik gab, Haydn war genau an der Schnittstelle bevor sich der Blick auch auf die Vergangenheit richtete. Inwiefern wird versucht, dieses „stürmisch Neue“ zu thematisieren? Und wie sehen Sie Haydns Interesse an der früheren Musik? War dieses Interesse bei Mendelssohn schon mehr „historisch“, scheint es zur Zeit Haydns vor allem mehr „handwerklicher“ Natur gewesen zu sein.

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