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Donnerstag, 21. Februar 2019

[Die ganze Palette]

Musikzeitschriften im Portrait: Musik & Kirche

Die ganze Palette

Matthias Grünert, der Kantor der Dresdner Frauenkirche

von Hermann Backes, aus: Musik & Kirche 2/2009

Seite 2

Ihr Kantorat an der Frauenkirche bietet fast einmalige Möglichkeiten ? mit ganz verschieden besetzten Ensembles.

Ich bin sehr dankbar, über solche Möglichkeiten zu verfügen ? sowohl in künstlerischer wie in wirtschaftlicher Hinsicht. Das Potenzial meiner drei Ensembles (dem großen Chor, dem Kammerchor und dem ?ensemble frauenkirche?), das ist schon enorm. Allein, was sich der Kammerchor in den letzten Jahren an Repertoire angeeignet hat, spannt den Bogen von klein besetzter Bach-Kantate bis zur h-Moll-Messe. Und da sind ganz verschiedene Epochen mit abgebildet, stilistisch wie inhaltlich. Dann der große Chor mit dem Fokus auf das 19. Jahrhundert, mit Mendelssohn-Oratorien oder auch Werken der sächsischen Musiktradition. Dies alles mit meinen Ensembles musizieren zu dürfen, macht mich schon sehr dankbar. Wir haben eben auch durch das vielfältige Publikum die Möglichkeit, das alles fast täglich aufführen zu können.

Auch der Kirchenraum mit seinen ausladenden Emporen bietet aufführungstechnische Varianten wie kein Konzertsaal.

Ja, wir genießen diese architektonischen Vorzüge sehr. Was sich geradezu anbietet, ist das doppelchörige Musizieren auf den großen Choremporen mit unserem alten Schütz, der ja Einschlägiges hinterlassen hat. Da kommt uns auch die Akustik zugute, die kleinbesetztes Musizieren sehr durchhörbar und attraktiv macht. Und nicht zuletzt haben wir den schönen Effekt der Kuppel. Dies nutzen wir natürlich besonders an Weihnachten und Ostern, indem wir Chorgesang von der Kuppel erleben, der himmlisch-entrückt oder sphärisch daherkommt.

Ich hatte in der Frauenkirche zwei überwältigende Erlebnisse mit Wagner-Musik: Das Liebesmahl der Apostel und den ersten ?Parsifal?-Aufzug. Die Wirkung der ?Stimmen aus der Höhe? war einmalig, nicht einmal Bayreuth vermag Vergleichbares zu bieten.

Dieses Kuppelsingen ? denken Sie etwa an das berühmte ?Dresdner Amen?, das nach Wagners Dresdner Kapellmeisterzeit in sein Werk eingeflossen ist, klingt hier besonders schlüssig.

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