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Montag, 1. Juni 2020

[Menschenkenntnis und

Musikzeitschriften im Portrait: Österreichische Musikzeitschrift

Menschenkenntnis und "natürliche Autorität"

Daniel Ender im Gespräch mit Manfred Honeck

von Daniel Ender, aus: Österreichische Musikzeitschrift 01/2009

Seite 4

Wie sehen Sie die Möglichkeiten, durch Programmgestaltung und Musikvermittlung etwas im Publikum zu bewegen?

Musikmachen ist nicht Selbstzweck, Dirigieren nicht Selbstdarstellung. Die Leute sollen sich berühren lassen, das Erleben der Musik soll sie aus dem Alltag herausheben, aber auch dazu bewegen, sich mit Fragen zu beschäftigen, die ihr eigenes Leben betreffen. Mir ist wichtig, dass ein Konzertprogramm in sich schlüssig, intelligent und abwechslungsreich ist und die Hörer auch einmal mit Neuem oder Unbekanntem konfrontiert. Ein gewisser Mut zum Risiko gehört dazu, wenn man neue Werke präsentiert. In Stuttgart habe ich z.B. für die vier Sinfoniekonzerte, die ich in der Saison 2008 /09 mache, jeweils ein etwa 10 Min. dauerndes Einleitungsstück in Auftrag gegeben, wobei die Komponisten eingeladen waren, ihr Werk mit Bezug zu dem folgenden Programm zu konzipieren. Zwei Uraufführungen, darunter eine von Bernd Richard Deutsch, sind bereits mit großem Erfolg gelaufen.

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