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Samstag, 23. Februar 2019

[Menschenkenntnis und

Musikzeitschriften im Portrait: Österreichische Musikzeitschrift

Menschenkenntnis und "natürliche Autorität"

Daniel Ender im Gespräch mit Manfred Honeck

von Daniel Ender, aus: Österreichische Musikzeitschrift 01/2009

Seite 2

Was waren Ihre Motivationen für die Gründung des Jeunesse Orchesters?

Schon in meiner Studienzeit wollte ich mit meinen Musikerfreunden nicht nur Kammermusik machen, sondern auch Orchesterliteratur erkunden. Aus dem Orchester des Niederösterreichischen Musikschulwerks ist zunächst das Niederösterreichische Jugendsymphonieorchester und erst dann das Wiener Jeunesse Orchester hervorgegangen, nachdem die Jeunesse die Finanzierung übernommen hatte.

Was war als Assistent von Claudio Abbado besonders prägend?

Es waren die zahllosen Probespiele junger Musiker in den ehemaligen Oststaaten, in Dresden, Prag, Brünn, Budapest usw. und die Aufgabe, aus diesen dann ein Orchester zu formen. In zwei Wochen intensivster Vorbereitung mit täglich sechs bis acht Stunden Proben wurden die technischen Dinge weitgehend geklärt und Abbado konnte dann auf dieser Basis seine Interpretationen erarbeiten.

Gibt es grundlegende Unterschiede zwischen dem Dirigieren großer Orchester im Konzert und auf der Opernbühne und der Arbeit mit Jugendorchestern?

Bei der Arbeit mit professionellen Orchestern gibt es gravierende Unterschiede zwischen einem Konzert und der Arbeit für die Opernbühne: Im Konzert ist das Orchester auf der Bühne und man hat bei Proben und Aufführung dieselben Musiker vor sich. In der Oper sitzt das Orchester im Graben und es gibt teilweise wechselnde Besetzungen (bei einem Repertoirehaus wie Stuttgart); zudem ist die Musik meist mit Aktion auf der Bühne verbunden. Man muss auf die Sänger und das, was sie auf der Bühne zu realisieren haben, Rücksicht nehmen. Bei einem Jugendorchester kann man beim Erarbeiten eines Werks meist davon ausgehen, dass die Musiker es noch nie zuvor gespielt haben. Das hat Vor- und Nachteile. Einerseits kann man bei der Interpretation ?bei Null? beginnen, anderseits braucht man mehr Zeit, deutlichere Erklärungen und Zeichengebung. Aber dies wird durch Frische und Offenheit wettgemacht.

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