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Mittwoch, 19. September 2018

[Initiative für die Zukunft]

Musikzeitschriften im Portrait: Österreichische Musikzeitschrift

Initiative für die Zukunft

Geleitwort

von Dr. Claudia Rochel-Laurich, aus: Österreichische Musikzeitschrift 11/2008
Das kulturelle Ansehen Österreichs im Ausland wird im hohen Maße von der Musik bestimmt. Man kann ohne Übertreibung behaupten, dass fast überall auf der Welt W. A. Mozart, die Wiener Philharmoniker und die Wiener Sängerknaben untrennbar mit unserem Land in Verbindung gebracht werden. Daraus könnte aber der Eindruck entstehen, dass die österreichische Musiklandschaft nur von Männern dominiert und gestaltet wird. Nun ja, da gab es zwar die Schwester von Mozart, die als Kind mit ihm europaweit erfolgreich musizierte. Kaum war Nannerl aber verheiratet, war es mit einer, nach heutigen Vorstellungen vielversprechenden Pianistinnenkarriere schon wieder vorbei und sie durfte nur noch Klavierunterricht erteilen. Natürlich hat sich seither für die Frauen recht viel positiv verändert und einige Solistinnen sind international sehr gut etabliert. Und auch bei den Wiener Philharmonikern gab es Neues in diesem die allerlängste Zeit nur von Männern besetzten Orchester. Trotzdem wäre es nun mehr als angebracht, genauer zu überlegen, welche Frauen im österreichischen Musikgeschehen heute tätig sind, um sie endlich auch stärker als bisher in das Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen. Und wenn dies nicht von den Frauen selbst in die Hand genommen wird, von wem denn dann?

Über die Rolle von Mäzeninnen wurde bereits in der vorhergehenden Ausgabe der österreichischen MUSIKZEITschrift geschrieben; höchste Zeit sich nun ausschließlich den österreichischen Frauen, die aktiv eine Rolle in der Musik spielen, zu widmen. Auch die Kulturpolitische Sektion im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten hat es sich zur Aufgabe gemacht, den österreichischen Frauen in der Musik verstärktes Augenmerk zu schenken. Mit viel Engagement wird dazu eine umfangreiche Publikation (Abbild) vorbereitet, die neben einer Präsentationen ihrer Leistungen letztlich dazu dienen soll, entsprechende Konzertangebote künftig zu erleichtern. Damit soll eine bislang wenig beachtete Facette des österreichischen Musiklebens auch international bekannt gemacht werden. Und vielleicht führt dies dazu, dass in naher Zukunft ein Konzert der Wiener Philharmoniker von einer Frau dirigiert werden wird. Sollte dies auch noch das Neujahrskonzert sein, wäre der ganzen Welt bewiesen, welch wichtigen Stellenwert die Frauen in der Musik in Österreich genießen.

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