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Freitag, 19. April 2019

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Musikzeitschriften im Portrait: Österreichische Musikzeitschrift

"Irgendetwas muss man richtig gemacht haben!"

Das Acies-Quartett im Gespräch

von Doris Weberberger, aus: Österreichische Musikzeitschrift 06/2008

Seite 2

D. W.: Ihr Repertoire beinhaltet die Highlights der Quartettgeschichte von Haydn bis ins 20. Jahrhundert. In welche Richtung wollen Sie Ihr Repertoire besonders erweitern und wie wählen Sie die Werke aus?

B. Z.: Wir wollen für alle Richtungen, soweit es uns gefällt, offen bleiben. Wir suchen nach Geschmack aus und spielen keine Stücke, die einer von uns nicht schätzt. Es kommen Vorschläge von allen vier Seiten und dann hören wir uns die Stücke an, schauen, ob es ?funktioniert?, oder ob wir lieber noch ein Jahr damit warten ...

D. W.: Können Sie ein Werk nennen, das Sie nicht spielen wollten?

B. Z.: Wofür es noch zu früh wäre, sind Werke des späten Beethoven. Für diese braucht man eine gewisse Reife, von der wir wissen, dass wir sie als Einzelne und im Ensemble noch nicht haben. Die kommt erst mit der Bühnenerfahrung, mit der Werkerfahrung, und deshalb ist es auch klug, wenn man zuerst Beethovens op. 18 spielt, und sich dann hocharbeitet. Es gibt Werke, für die muss man selbst erst wachsen ? das hat nichts mehr mit der Technik zu tun, sondern damit, dass man geistig auf dem Level ist, das man dafür brauchen würde.

D. W.: Sie haben im letzten Jahr Ihre erste CD mit Haydn, Beethoven und Schubert herausgebracht. Wie positioniert man sich mit einem klassischem Repertoire, von dem schon zahlreiche Aufnahmen existieren?

B. Z.: Die Frage haben wir uns nicht gestellt. Wir nehmen Werke auf, bei denen wir uns wohl fühlen, und von denen wir denken, dass sie gut auf eine CD passen. Raphael Kasprian: Gerade die Zusammenstellung auf der CD ist mit Haydn, Beethoven und Schubert sehr schön, weil man die Entwicklung sieht ? ein Komponist hat vom anderen gelernt. Thomas Wiesflecker: Bei der nächsten CD wird neben Debussy und Puccini auch eine Ersteinspieltung von Gulda zu hören sein. B. Z.: Den eigenen Weg findet man dadurch, wie man selber spielt. Dadurch, wie man die Werke interpretiert und wie man sie aufnimmt prägt sich der Weg mehr, als dadurch, was man aufnimmt.

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